Archiv der Kategorie: Steyler Missionare

Dritter Rundbrief aus Bolivien

Dritter Rundbrief aus Bolivien

„Müssen wir los? – ach quatsch, wir haben noch 5 Minuten!“ und „Hugo? Was gibt es heute zum Mittagessen?“

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber für mich ging der erste Monat hier in Bolivien um wie im Flug! Die Zeit hier ist schon etwas Komisches. Auf der einen Seite das Gefühl, gerade erst angekommen zu sein und noch so viele Erlebnisse und einfach unglaublich viel Zeit vor sich zu haben. Auf der anderen Seite das Gefühl, schon ewig hier zu sein, ein neues zu Hause gefunden zu haben und der Gedanke: „Was? Das war schon der erste Monat? Die Zeit rennt unglaublich und unser Jahr ist mit einem Wimpernschlag schon vorbei!“

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Dass die bolivianischen Uhren einfach ein bisschen anders ticken als die deutschen, merkt man aber nicht nur, wenn auf einmal schon mehr als vier Wochen hinter einem liegen, sondern auch jeden Tag in seinem Alltag. Und vor Allem an sich selber am allermeisten.

In Deutschland ist mein Motto „Zehn Minuten vor der Zeit ist die rechte Pünktlichkeit!“, ich werde bei Spaziergängen oder einfachen Wegen zu Fuß von meinen Begleitern aufgefordert „nicht so zu rennen und langsamer zu gehen“ und was ich anpacke wird dann meistens doch relativ zügig erledigt, zumindest wenn es dabei um alltägliche Kleinigkeiten geht.

Hier ist das ALLES anders!

Zwischenablage05Zuerst mal ist alles, wirklich alles, was ich tue und mache mindestens 10 km/h langsamer als zu Hause! Wenn nicht sogar 20 oder mehr! Selten – und wirklich nur, wenn meine deutsche innere Uhr schreit: „Auf die Minute genau ankommen akzeptiere ich, aber zu spät kommen geht zu weit!“ – lege ich mal einen Schritt zu und schlendere nicht nur durch die staubigen Straßen von San Ignacio.

Auch die eigene Zeitplanung verändert sich drastisch, wenn man hier lebt. Besonders merke ich das, wenn wir uns mittags auf den Weg ins Fassiv machen. Bis zum Fassiv braucht man in deutschem Tempo vielleicht 5 Minuten zu Fuß. In Deutschland würde ich also um ca. viertel vor Zwei los laufen, um pünktlich zum Unterricht auch gemeinsam mit Profesora Marcia vor der Klasse zu stehen.

Mittlerweile sind wir aber so weit, dass wir fast die doppelte Zeit für den Weg brauchen, aber trotzdem 5 Minuten später losgehen. Wer jetzt bolivianisch rechnet weiß, dass da trotzdem noch jeden Tag Zeit bleibt, sich schnell ein Eis am Stiel zu kaufen, das auf dem Weg noch gemütlich zu schlecken, um dann mit gutem Gewissen eine Minute nach dem Unterrichtsbeginn anzukommen und festzustellen, dass Profesora Marcia auch noch nicht da ist. Ich bin mal gespannt, wie lange mir diese Einstellung zurück in Deutschland erhalten bleibt!

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Kulinarisch hat Bolivien ganz schön viel zu bieten! Besonders der extreme Unterschied zwischen Hochland und Tiefland, den wir in der ersten Woche erfahren durften, macht sich da bemerkbar.

Im Tiefland und demnach auch in den Casas wird zum Glück oder leider (da streiten sich noch die Geister in mir) relativ europäisch gekocht. Beziehungsweise, man kennt meist die Bestandteile der Gerichte auch in Europa, würde aber niemals auf die Idee kommen, diese auf diese Art zu kombinieren.

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Ein Mittagessen besteht eigentlich immer aus zwei Arten von Sättigungsbeilagen (also zum Beispiel Reis & Kartoffeln oder Nudeln & Yuca) und Fleisch. Entgegen dem Klischee, es gibt jede Menge Fleisch in Lateinamerika, beschränkt sich der Fleischkonsum in den Casas meist aber eher auf ein Art Hackfleisch, das unter den Reis gemischt wird, oder auf kleine Stücke in Soße in verschiedensten Ausführungen, was wir in Deutschland wahrscheinlich am ehesten mit Gulasch vergleichen würden. Das liegt aber glaube ich nicht daran, dass die Mädels und Jungs gerne weniger Fleisch essen, sondern einfach an den beschränkten Möglichkeiten, in einer „normalgroßen“ Küche für 40 Leute jeden Tag viel Fleisch zu kochen.

Gemüse gibt es meist gar nicht, und wenn, dann meistens nur in Form eines Möhrensalates oder Ähnlichem.

Etwas, worum ich die Bolivianer und besonders die Bewohner der Chiquitania wirklich beneide, ist die unglaubliche Vielfalt an Obst, das wirklich vor Ort wächst. Wir haben in den Casas zum Beispiel eigene Mangos, Papayas und Bananen, die wirklich tausend Mal besser schmecken, als alles, was ich je in Deutschland an Obst gegessen habe. Außerdem, gibt es hier noch viele, viele weitere Obstsorten, deren Namen ich zuvor noch nie gehört habe. Mein aktueller Favorit der „Winterfrüchte“: Tamarinden.

Aus denen wird hier, mit Wasser und jede Menge Zucker, der Tamarindo hergestellt, den es im Moment fast täglich zu trinken gibt. Wirklich super lecker!

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Morgens und abends gibt es hier meistens Brot, das jeden Mittwoch und Samstag von den Mädels selber gebacken wird, besonders warm und frisch aus dem Ofen ist das bis jetzt -immer wieder aufs Neue- superlecker! Meistens gibt es dazu einfach Butter, selbstgekochte Marmelade aus den hauseigenen Papayas oder einen Aufstrich aus Fleisch, der ein bisschen unserer Leberwurst ähnelt.

Die meisten Rezepte werde ich zurück in Deutschland auch bestimmt noch einmal nachkochen, um dann ein bisschen im Fernweh zu schwelgen und auch einfach, weil sie echt lecker und meistens auch recht schnell sind (besonders die gekochten Bananen!!).

Bis dahin sammele ich noch fleißig weiter, um mein eigenes, kleines Kochbuch weiter zu füllen…Zwischenablage01

Bis dahin und besos de bolivia,

Eure Julia

Zweiter Rundbrief aus Bolivien

Zweiter Rundbrief aus Bolivien

Meine 17 Schwestern und ganz viel „¡no entiendo!“

Nun sind schon die ersten zwei Wochen in unserem neuen Heimatort San Ignacio de Velasco vorüber. Und ich kann sagen, wir haben uns hier echt schneller eingelebt als gedacht.

Bolivien6Elli und ich kamen am 27. August am frühen Abend in der „Casa Guadalupe“ an. Von neugierigen Blicken der Mädels verfolgt, zeigte uns Don Hugo, der Verantwortliche für das Mädcheninternat, das Haus und unser Zimmer. Elli und ich bewohnen hier gemeinsam ein Zimmer und fühlen uns damit super wohl.

Am ersten Wochenende stand Janko uns zum Glück noch zur Verfügung, konnte alles übersetzen und uns alle Leute vorstellen, die im kommenden Jahr für uns von Bedeutung sind. So fuhren wir am Freitag ins Fassiv. Das ist ein Zentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Dort gibt es Klassen, die unterrichtet werden, ein Zentrum für Physiotherapie und mehrere Werkstätten, in denen die Jugendlichen verschiedene Sachen, wie zum Beispiel Kleidung, herstellen, die dann verkauft werden und so zur Finanzierung des Fassivs beitragen. Nach einer kleinen Führung und einem Gespräch mit der Leitung ging es weiter in die parroquia „Maria Asunta“, die Pfarrei der Steyler hier im Ort, deren Messe die Jungs und Mädels jeden Sonntag besuchen. Hier lernten wir auch Pater Pablo und Pater Bernardo kennen, die hier ebenfalls Ansprechpartner für uns sind und sich sehr viel um uns kümmern.

Am nächsten Tag besuchten wir noch die Pfarrei in San Miguel, einem Nachbarort von San Ignacio.

Bei so einer Tour wird einem besonders bewusst, wie anders es hier eigentlich ist, das fällt einem nämlich – selbst nach so kurzer Zeit – schon fast nicht mehr auf.

Bolivien7Bis nach San Miguel muss man etwas mehr als 30 Kilometer fahren. In Deutschland wäre das alles kein Problem – schnell ins Auto gestiegen und in 20-30 Minuten ist man da. Hier ist das alles ein bisschen anders. Es gibt in der Nähe von San Ignacio kaum asphaltierte Straßen. Das heißt, für so eine Strecke muss man auch mal locker eine Stunde einplanen. Diese 60 Minuten fährt man dann über ruckelige Pisten irgendwo im Nirgendwo, am Straßenrand ist nämlich (außer Kühen) meistens nicht viel zu sehen. Das Ganze hat dann für uns immer ein bisschen den Charakter von Abenteuerurlaub.

Mittlerweile wecken aber auch genau diese roten und sandigen Straßen wahre Heimatgefühle und man hat schon fast vergessen, dass es auch anders geht, beziehungsweise will man das schon gar nicht mehr wissen.

In San Miguel selber waren wir bei einem deutschen Pater zum Mittagessen eingeladen und schauten uns danach noch die Kathedrale von innen an. Von außen sieht sie aus wie eine „ganz normale“ Reduktionskirche der Jesuiten. Von innen hat sie mich allerdings mehr beeindruckt als alle Kathedralen, die ich zuvor gesehen habe zusammen – den Petersdom mit einbezogen! Ich habe noch nie eine Kirche gesehen, die so viel mit Gold und Holz im Altarraum geschmückt ist und ansonsten mit den Malereien auf der weißen Wand so schlicht gehalten ist.

Nach diesen kleinen Ausflügen am Wochenende begann dann für uns am Montag der richtige Alltag in den Casas. Ich verbringe meine Arbeitszeit mit den Mädels, Elli macht parallel immer das Gleiche mit den Jungs in der „Casa San Jose“, dem männlichen Pendant zur „Casa Guadalupe“.

Bolivien8Mein Alltag sieht im Moment so aus, dass ich morgens gegen 6:00 aufstehe, um mit den Mädels ein wenig das Frühstück vorzubereiten um dann gemeinsam zu essen. Während die Mädels in der Schule sind, haben Elli und ich dann auch ein wenig Unterricht, um unser Spanisch weiter zu verbessern. Danach wird gemeinsam mit den beiden Hausleitungen Hugo und Trifonia gekocht. Das nimmt bei einer „Familie“ mit ca. 40 Personen schon mal ganz andere Ausmaße an als zu Hause. Kommen dann die Jungs und Mädels aus der Schule, essen alle zusammen im Hof zu Mittag.

Danach gibt es für uns eine kurze Siesta, bevor wir am Nachmittag ins Fassiv laufen, um dort auch ein wenig mitzuarbeiten. Elli verbringt hier die meiste Zeit in der Physiotherapie und vor allem im Orchester, ich in der Schule. In der Klasse von Profesora Marcia, in der ich zurzeit aushelfe, sind 7 Kinder, die gemeinsam spielen und lernen.

Danach geht es für uns zurück nach Hause. Abendessen und dann die geliebten Hausaufgaben machen. Nach meinen Hausaufgaben in Spanisch, die meistens doch nicht allzu umfangreich sind oder teilweise direkt morgens nach dem Unterricht erledigt werden, helfe ich dann den Mädels ein wenig bei ihren Aufgaben. Das ist auch eigentlich neben dem Kochen unsere Hauptaufgabe.

Danach fallen Elli und ich meistens direkt ins Bett, da das neue und warme Klima, das Lernen und Sprechen einer neuen Sprache und die Arbeit mit den Kindern im Fassiv einen am Ende des Tages doch ziemlich müde macht.

Mit dem Spanisch geht es hier zum Glück schnell voran und das 1 Jahr Spanischunterricht in der 10ten Klasse hat mir anscheinend doch mehr Sprachgefühl mitgegeben als ich dachte. Natürlich fehlen uns unendlich viele Vokabeln, die Grammatik ist auch eher schlecht als recht und die schnelle und undeutliche Aussprache der Bolivianer macht das Ganze nicht einfacher. Aber wir kommen durch, und ich habe das Gefühl es wird von Tag zu Tag besser. Das ¡no entiendio! (Ich verstehe nicht) brauchen wir auch immer seltener und selbst wenn, haben besonders die Mädels und Jungs auch die Geduld, Sätze eine Millionen Mal zu wiederholen, bis wir sie wirklich verstanden haben.

Insgesamt fühlen Elli und ich uns sehr wohl! Es fühlt sich an, als wären wir in eine große Familie aufgenommen worden – mit 17 Schwestern und 14 Brüdern. Das Zusammenleben tut uns echt gut und gibt uns die Möglichkeit auch schnell enge Beziehungen aufzubauen und uns viel auszutauschen. Dadurch, dass wir hier in alles eingebunden sind und sehr viel beschäftigt sind, bekommen wir auch einen einzigartigen Einblick in den Alltag, die Ausbildung und die Kultur der Mädels und Jungs, die uns auch an allem teilhaben lassen.

Ein riesiger und wichtiger Teil der Kultur ist, besonders für meine Mädels, die Musik und das Tanzen. Hier läuft in jeder freien Minute Musik und es wird getanzt. Beim Kochen und Arbeiten eher wenig und nebenbei, oft aber auch gemeinsam. Bis jetzt stellen Elli und ich uns bei den lateinamerikanischen Tänzen eher mittelmäßig gut an und haben uns mit unserer Demonstration, wie man in deutschen Diskos tanzt, auch ein wenig blamiert. Aber nach einem Jahr intensivstem Training, um das man hier sowieso nicht herum kommt, haben bestimmt auch wir den lateinamerikanischen Hüftschwung drauf, der den Mädels glaube ich tatsächlich im Blut liegt. In den nächsten Tagen werden wir aber bestimmt auch mal die Rollen tauschen und mit Helene Fischer und Pur versuchen Discofox zu tanzen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie sich die Mädels dabei anstellen werden, auch wenn ich mir eigentlich fast sicher bin, dass es nichts desto trotz besser aussehen wird, als wir beim Brasileiro.

Von unserem kleinen Tanz-Experiment und unseren Trainingsfortschritten werde ich dann bestimmt beim nächsten Mal berichten können!

 Bis dahin, ¡hasta luego! y besos de bolivia

 Eure Julia!

Erster Rundbrief aus Bolivien

Erster Rundbrief aus Bolivien

Oder auch „25 Grad – wo ist mein Pullover?“

Bolivien1Mittlerweile ist es schon fast eine Woche her, dass wir unsere Koffer fertig gepackt und uns auf den Weg nach Santa Cruz gemacht haben. Auf einen Weg, der uns, gemeinsam mit den Steylern, in ein für uns fremdes Land mit einer fremden Kultur führen sollte.

Wir, das sind – für alle, die es noch nicht wissen – meine Mitfreiwillige Elli aus Ellingen in Mittelfranken und ich.

Mit ein bisschen Verspätung kamen wir also am Freitagmorgen am Flughafen von Santa Cruz an, wo wir von Janko abgeholt und in das Haus der Steyler hier gebracht wurden. (Janko ist offiziell unser Mentor, er nimmt sich aber jede Menge Zeit für uns und gibt sich wirklich Mühe uns möglichst viel zu zeigen, unsere Fragen zu beantworten und in jeder Angelegenheit für uns da zu sein.)

Bolivien2Nach einem kurzen, superleckeren Frühstück und ein wenig Einrichten in unserem Zimmer hieß es aber erneut: Koffer packen!!!

Am späten Nachmittag sollte es für uns nämlich direkt weiter gehen nach El Alto. Eigentlich waren wir von der Idee nicht wirklich überzeugt, uns nach der anstrengenden Reise direkt wieder 20 Stunden in den Bus zu setzen. Aber was blieb uns? Ein Visum beantragt sich schließlich auch nicht von allein! Gemeinsam mit Janko und einer weiteren Freiwilligen aus Polen machten wir uns also auf den Weg – durch die sandigen Straßen der größten Stadt Boliviens bis ins Hochland auf über 4000 Meter.

Elli und ich hatten was die Reise betraf wirklich mit dem Schlimmsten gerechnet. Warm, stickig und eng wie unsere Reisebusse nunmal sind, hielt sich die Vorfreude für die kommenden 20 Stunden wirklich in Grenzen. Als wir dann hörten, dass es in den Bussen immer Dreierreihen gab, rannte das letzte bisschen Hoffnung auf Schlaf in dieser Nacht laut schreiend davon.

Bolivien3Umso größer war dann die Erleichterung, als wir den ersten Blick auf unsere Sitzplätze werfen konnten. Es gab immer nur drei Sitze in jeder Reihe, zwei auf der rechten Seite und einen Einzelnen auf der linken (eines von vielen lustigen Missverständnissen der letzten Tage). Der Platz, an dem auch bei der Größe des Gangs gespart wird, kann deshalb voll und ganz in die Sitze, oder besser gesagt Sessel, investiert werden. Die sind nämlich echt super gemütlich und haben sogar eine Ablage für die Füße, sodass man im Bus wirklich fast liegen kann. Zusätzlich sind in dieser Art Reisebusse auch nur ca. 30 Sitze. Man braucht also nicht mal warten bis der Hintermann eingeschlafen ist, um heimlich seine Lehne ein Stück nach hinten zu verstellen, sondern kann das direkt am Anfang der Fahrt machen – jeder hat ja genug Platz.

Nach einer Fahrt, die dank einem geplatzten Reifen doch etwas länger dauerte als gedacht, und auf der wir lernten, dass 25 Grad verdammt kalt sein können, kamen wir dann völlig erschöpft in El Alto an. Auch hier konnten wir wieder in einer Steyler Kommunität unterkommen.

Bolivien4Am Abend schauten wir uns dann noch La Paz an, bevor wir um kurz vor acht – dank Jetlag, Höhenkrankheit und zwei langen Reisen – total erschöpft in unser Bett mit sieben Wolldecken fielen.

Und die sieben Wolldecken braucht man auch, wenn nicht noch mehr. Gerade weil es hier in den Häusern meist viel kälter ist als draußen, da draußen ja die Sonne scheint. Und obwohl wir in diesen Tagen wirklich oft gefroren haben, fühlten wir uns über Tag zumindest draußen recht wohl, das kommt nämlich einem ersten schönen Frühlingstag in Deutschland nahe, an dem man auch mal die Jacke zu Hause lassen kann. Hier merkt man ganz besonders, dass die Bolivianer anderes gewöhnt sind, die sieht man im Hochland nämlich meistens mit dicken Pullis und Winterjacken.

Den nächsten Tag konnten wir dann etwas ruhiger angehen lassen, bevor wir am Montag gemeinsam mit vier weiteren MaZlern sämtliche Visumsangelegenheiten regeln mussten.

Zum Glück hat dabei bei uns aber alles bestens funktioniert.

Diese ersten Tage waren, um unserem in den Seminaren gegebenen Namen „Mega-MaZ“ gerecht zu werden, einfach mega! Wir haben viel über Land und Leute gelernt, da Janko auch ein top Reise- und Städteführer ist, haben viele nette Leute kennen gelernt und sind überall herzlich aufgenommen worden.

Bolivien5Insgesamt war unsere Reise nach La Paz und El Alto einfach unglaublich aufregend und unser Stofftier-Einhorn Philipp war natürlich auch immer mit von der Partie und hat für einige Lacher und jede Menge Spaß gesorgt.

Nach einer unfallfreien Rückfahrt sind wir jetzt wieder in Santa Cruz angekommen und genießen das schöne Wetter in vollen Zügen. Von angenehmen 30 bis 35 Grad können wir im deutschen Durchschnittssommer schließlich nur träumen.

Nun zählen wir die Stunden, bis wir in die Chiquitania und in unseren Einsatzort San Ignacio de Velasco kommen, wo unser Einsatz dann erst richtig beginnt. Aber vorher heißt es wieder Koffer packen – das letzte Mal vorerst.

Ich freue mich jetzt schon, dann auch möglichst bald von unserem eigentlichen Einsatz und unserem Alltag in Bolivien zu berichten.

Bis dahin y besos de Bolivia

Eure Julia