Archiv der Kategorie: Wir sind Gemeinde

Live-Stream-Gottesdienste

Am Samstag, dem 24.04.2021, laden wir Sie ein, um 18:30 Uhr an einem weiteren Live-Stream-Gottesdienst teilzunehmen.

Die Übertragung erfolgt aus der Pfarrkirche in Kaldenkirchen.

Klicken Sie auf den folgenden Link:
http://streaming.schmitz-nettetal.de/kultur/kirche.php


Der Gottesdienst wird am Sonntag, dem 25.04.2021, von 09:30 Uhr bis 12:00 Uhr unter dem obigen Link als Aufzeichnung zu sehen sein.


Die Ankündigung des nächsten Gottesdienstes erfolgt ebenfalls über den obigen Link. Schauen Sie daher doch bei Gelegenheit – am besten vor dem jeweils nächsten Wochenende – auf dem Link vorbei, um sich über anstehende Gottesdienste zu informieren.

 

 

Hoffnung – Glaubensgedicht

Mitteilung von Pastor Schnitzler – klicken Sie auf den Link!


Hoffnung – Glaubensgedicht

Ein Licht im Tunnel, das Ziel kurz zu seh´n;
ein Riß im Eis, der Frost wird vergeh´n;
eine Wolke am Himmel in sengender Glut;
ein kleines Lächeln nach schrecklicher Wut;
eine blühende Blume im dürren Feld;
Menschen mit Hoffnung in einer vergehenden Welt.

Gewiß und versprochen, doch noch nicht zu begreifen;
der Zug wird kommen, man hört ihn schon pfeifen;
angefangen, begonnen, doch noch nicht vollendet;
unterwegs ist die Hilfe, schon lang´ abgesendet;
ein Loch in der Mauer, frische Luft im Gestank;
ein Lied in der Trauer, statt Klagen ein Dank.

Hoffnung belebt und Hoffnung bewegt.
Hoffnung macht stark und Hoffnung trägt.
Hoffnung auf Gott erweitert den Blick
über Leben und Tod hinaus um ein kräftiges Stück.
Hoffnung auf Gott ist Hoffnung, die bleibt;
Hoffnung, die selbst der Tod nicht zerreibt.

Hoffnung auf Gott kann der nur versteh´n,
der lernt, an Gottes Hand froh zu geh´n.
Hoffnung auf Gott werden ein Stückchen versteh´n,
die sehen, wie noch heute Gottes Wunder gescheh´n!

Autor: Joachim Krebs, 2005

 

Erinnerungen – Steyl-Wallfahrt

Und noch eine Zugabe zu den ERINNERUNGEN!!!

         — weil das doch seit Jahren so schön war!

Liebe Freundinnen und Freunde!               

Eigentlich hatte ich mit der Überschrift „Erinnerungen“ vor und nach Weihnachten ja schon abgeschlossen, doch an diesem letzten Wochenende, angefangen mit Freitag, dem 15.01., habe ich mich doch noch „an was erinnert“. Daran möchte ich auch Sie / auch Euch in dieser Woche erinnern. Auch die Lesungstexte vom Sonntag, dem 17. Januar 2021 haben mit dieser Erinnerung zu tun.

Erinnern Sie sich /erinnert Ihr euch noch, vor einem Jahr? Und all die vielen Jahre vorher? Wenn wir mitten im Winter bei Wind und Regen, oder im Schnee und Matsch, aber auch bei Sonnenschein und schönstem Winterwetter durch den Grenzwald mit fast 200 Leuten, Kinder und Erwachsene, Familien und Jugendliche, Alte und Junge, von unserer Clemenskirche aus nach Steyl gepilgert sind?

Und in Steyl dann mit 300 Leuten zum Mittag in der proppenvollen Aula die leckere Erbsensuppe mit Würstchen genossen haben (oder an der Frituur ne Pommes special mit Fleischrolle oder Bitterballen). Anschließend dann den gemeinsamen Gottesdienst in der restlos gefüllten Unterkirche gefeiert haben?

Viele Jahre, seit Januar 2004 haben wir in jeglichem Wetter miteinander diesen schönen Winterspaziergang, – Entschuldigung: Pilgerweg – durch den Grenzwald bis zur Maas bestritten, bis zum Sämann und dann zum Grab von Arnold Janssen, der im Jahr 2003 heilig gesprochen wurde.

Gerade zu Beginn dieses Jahres 2021 wäre der gemeinsame Weg, das Miteinander sich auf den Weg machen, über die Grenze hinweg, dieses Suchen und Finden von Gott in der Gemeinschaft mit Jesus und untereinander so wichtig. Schon bald ein Jahr müssen wir auf diese Gotteserfahrung in unserer christlichen Gemeinschaft verzichten. Dieses Miteinander in der Gemeinde, bei dem Jesus mitten unter uns ist, wird von so vielen schmerzlich vermisst. Der Verzicht darauf, die Unmöglichkeit miteinander zu gehen, der dringend notwendige Rückzug aus jeder Begegnung und die Einsamkeit in der Bedrohung durch das Virus stellen jeden von uns, ob klein oder groß, jung oder alt auf eine harte Probe. Das ist auch eine Probe für den Glauben an Gott, unseren Vater im Himmel, und das Mitgehen mit Jesus, unseren Bruder, auf dem Weg des Lebens.

Die Tore unserer Kirchen sind weitgehend geschlossen und auch die Bewohner der Steyler Klöster haben sich notgedrungen hinter die Klostermauern zurückziehen müssen. So sitzen wir in diesem Jahr alle zu Hause und können uns nur erinnern, wie schön und zufriedenstellend das alles in den vielen Jahren gelaufen ist. Wir können und dürfen uns an diese Erfahrungen und Erlebnisse erinnern! 

Oder, ……..   vielleicht, ……..  weil man ja doch zur Zeit nichts anderes tun kann und einem zu Haus mehr und mehr die Decke auf den Kopf fällt, ……. Vielleicht kann man, kann ich mich ja doch auf den Weg machen, allein, jeder für sich, als Familie, mit einem Freund oder Freundin zu einem Winterspaziergang in den Grenzwald an die Grenze direkt am Sternenbusch, die kleine Schlucht, dahin, wo direkt auf der Grenze unser Kreuz steht für die Statio auf dem Weg nach Steyl.

Zumindest eine Erinnerung, zumindest etwas, dass uns mit den anderen, die sich in diesen Tagen dorthin aufmachen – schön brav, jeder, jede Familie für sich! – verbindet, und mit Steyl und den Steylern, solange wir nicht über die Grenze sollen. Zumindest etwas, das uns sagt und zeigt: wir sind unterwegs mit Jesus, unterwegs zu Gott, auf dem Weg (durch den Winterwald), auf dem wir erleben, erfahren, das Gott, unser Vater im Himmel, auch und gerade jetzt bei uns ist. In und mit seinem Heiligen Geist werden wir den Weg durch das Jahr auch in diesem Jahr schaffen, im Geiste miteinander und füreinander. Ich glaube, Jesus hat genau das gemeint, als er am Jordan seinen ersten Jünger sagte: „Kommt und seht! Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte und blieben bei ihm!“ (Joh 1,39)

ERINNERUNGEN – San Clemente und zurück

Der Hl. Clemens von Kaldenkirchen                                                                 

Nach dem „heiligen St. Martin“ feiert man in Kaldenkirchen noch vor dem 1. Advent das Clemensfest, den „Namenstag“ unseres Pfarrpatrons, dem Hl. Clemens. Er ist nicht nur für die katholische Pfarre St. Clemens zuständig, sondern, wie das Wappen von Kaldenkirchen deutlich zeigt, seit über 800 Jahren (wahrscheinlich schon viel länger) für die ganze „Stadt“.

Auf ihren „Clemens“ lassen die Kaldenkirchener nichts kommen. Er hat ihnen über all die Jahrhunderte zur Seite gestanden und sie beschützt, besonders dann, wenn der Ort wegen seiner Grenzlage immer und immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen wurde. Aber auch bei Seuchen, die in vielen Jahrhunderten fast regelmäßig auftraten, haben sich die Menschen an ihn gewandt, bis heute, davon erzählen die vielen, vielen Kerzen, die in den vergangenen Monaten tagtäglich in unserer Kirche angezündet wurden.

Es ist schon eine besondere Beziehung, die die Kaldenkirchener zu ihrem Hl. Clemens, den mit dem Anker, haben. Sie halten auch in einer Ze it an ihm fest, in der ansonsten die Anbindung zur Kirche immer weniger Bedeutung hat. Davon erzählt auch der „Grundstein“ im Altarraum unserer Clemenskirche. Als die Kirche Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut und erweitert wurde, hat man aus der antiken Clemenskirche in Rom diesen Stein nach Kaldenkirchen geschafft, um so eine Verbindung zum Ursprung unserer Glaubensgeschichte und zum Hl. Clemens deutlich zu machen.

Deshalb ist die uralte Kirche „San Clemente“ in Rom, etwa 500 m vom Colosseum Richtung Lateran gelegen, immer ein „Muss“ für eine Besichtigung, wenn ich in den letzten Jahren mit einer Gruppe aus Kaldenkirchen oder auch mit der Familie Rom besucht habe. Über die Via Imperiali am Forum Romanum vorbei, dann um das Colosseum herum mit all den Massen von Touristen davor, kommt man in eine ruhige Straße, übrigens mit einigen hervorragenden, kleinen Pizzerien, die von unten (Colosseum) zum Lateran heraufführt.

Wenn man es nicht weiß, ist man schon an dieser unscheinbaren Kirche vorbei gelaufen, die ohne großen Touristenauflauf direkt am Straßenrand liegt versteckt hinter ein paar Bäumen – aber mit einer der schon erwähnten, kleinen Pizzeria und einer Eisdiele direkt gegenüber. Das ist wichtig, denn wenn man zur „Mittagspause“ dorthin kommt, kann man die Wartezeit mit Pizza und Eis im Schatten der Bäume vor der Kirche gut überbrücken. Siesta in Roms Mittagshitze!  

Die Kirche San Clemente betritt man über eine unscheinbare Seitentür, (hier kein Eintritt!). Sie besteht aus einem alten, wunderschönen Kirchenraum und einem sehr stillen, kühlen Innenhof, eigentlich der Vorhof, mit Brunnen, der einen in der Hektik Roms durchatmen lässt. Das Kirchenschiff im Innern wirkt auf den ersten Blick etwas fremd, weil sie anders ausgestaltet ist wie viele andere Kirchen Roms. Da fällt als Erstes die herrliche, goldglänzende Decke im Kirchenschiff und in der Apsis über dem Altar auf.  Es gibt eine Fülle von herrlichen Wandmalereien und Statuen im gesamten Kirchenraum aus den verschiedensten Epochen. Was besonders auffällt, ist ein erhöhter Bereich, der von der Apsis weit in das Kirchenschiff hineinreicht. Zudem wird auch deutlich, dass diese Kirche heute auch den Missioneren des europäischen Ostens, Methodius und Cyrill geweiht ist, deshalb auch seit vielen Jahren als Gotteshaus für die orthodoxen Christen in Rom genutzt wird.  Jeder spürt an diesem Ort das Alter der Basilika, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde auf den Mauern einer viel älteren „Clemenskirche“:

Das Geheimnis von „San Clemente“ erschließt sich nämlich erst, wenn man in den Untergrund hinabsteigt, -dafür muss man allerdings in die Tasche greifen-. Dazu verlässt man den Kirchenraum über den Zugang, der früher allein den Mönchen des dazu gehörenden Klosters zugedacht war. Zweimal geht es abwärts und jedes Mal betritt man eine andere Welt, eine andere Epoche der langen Geschichte Roms, der Geschichte des Christentums und des Glaubenslebens der Menschen. (Auch darunter sind noch Reste einer Bebauung gefunden worden, die aber nicht zugänglich sind.)

Das erste unterirdische Stockwerk, quasi das Fundament der heutigen Kirche, bildet eine ältere Clemenskirche aus dem 4. Jahrhundert, in der der Hl. Clemens in Rom schon lange verehrt wurde. Der gesamte Kirchenraum ist frei gelegt und dort befinden sich noch zahlreiche uralte Reste der Wandbemalung und andere wertvolle Funde früher christlicher Frömmigkeit und Kunst. Neben dem großen Innenraum geht man durch die Seitengänge, die Seitenschiffe quasi auf dem Niveau der Straßen des 4. Jhdt. nach Christus.

Von dort geht es auch weiter abwärts, auf das Niveau und die Geschichte des 1. Christlichen Jahrhunderts, in die Welt vor 2000 Jahren, auf Wege, Fundamente und direkt in die Häuser des alten Rom. Überall hört man es gluckern und plätschern. Wasser, wie es vor 2000 Jahren über die römischen Wasserleitungen in die Stadt geleitet wurde, läuft nach wie vor neben den Wegen in die Wohnungen/ Wohnblocks, die an dieser Straße lagen. Und dann kommt die größte Überraschung. In einem der Wohnblocks, der römischen Insulae, trifft man auf einen Kultraum aus der Zeit Jesu, der dem persischen Sonnengott Mithras geweiht war. Dazu müsste an dieser Stelle sicherlich weitere Erklärungen folgen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Es reicht, glaube ich, von dem Staunen und den überwältigenden Eindrücken zu berichten, die einen an diesem Ort überkommen. Da stehst du da, einige Meter unter der Erde und spürst eine direkte Verbindung von den Menschen in Rom vor 2000 Jahren zu Dir selbst und über die Jahrhunderte hinweg bis nach Kaldenkirchen von heute. Hier wie dort, damals wie heute haben die Menschen nach dem Licht gesucht, besonders in den dunklen Zeiten, sich festgehalten und verbunden durch den Glauben an einen Gott, der das Licht in ihr Leben bringt. Für die vielen, vielen einfachen Leute im Imperium Romanum war das die strahlende Sonnengottheit Mithras. Für uns Christen, beginnend mit der Geburt Jesu, ist er bis heute zum Licht der Welt geworden. Der Glaube an ihn wurde durch Menschen wie den Hl. Clemens, den 2. Nachfolger von Petrus als Bischof von Rom, an uns durch die Generationen weiter gegeben. Er sagt uns und zeigt uns: Jesus ist das Licht! Er ist für uns alle, die mit ihm im Boot sind, der Rettungsanker, den uns „unser Clemens“ anbietet.

So entsteht in San Clemente eine faszinierende Verbindung, die bis in unsere Kirche „Sankt Clemens“ reicht. Sollten Sie als Kaldenkirchener mal nach Rom kommen, vergessen Sie den Besuch von „San Clemente“ nicht. Die Ruhe und Besinnlichkeit der derzeit oberirdischen Kirche und die Entdeckungen unter der Erde führen Sie in eine geheimnisvolle Welt und verbinden Sie unmittelbar mit der Geschichte über Jahrhunderte hinweg bis zu uns, zu unseren Kinder, Familien, in unsere Welt im „kleinen Kaldenkirchen“.    

Und wenn Sie, gerade in den dunklen Tagen des November und der „schlimmen“ Zeit, die wir gerade erleben, in unsere Clemenskirche kommen, dort vorbei kommen, dann zünden sie dort ein Licht an, ein Licht als Bitte für Frieden, Gesundheit, für unsere Gemeinschaft, ein Licht der Liebe und des Vertrauens, ein Licht für alle, für jeden, der von den Ängsten und Sorgen dieser Tage bedrängt wird.           

(BM 28.10. / 01.11.2020)

ERINNERUNGEN – Sankt Martin fällt nicht aus

Keiner geht mit einer Laterne,
Und keine Laterne mit mir,
Da oben leuchten die Sterne,
Doch unten ist keiner hier. 
Kein Licht ist an, Corona ist dran,
Rabimmel, rabammel, rabumm (bumm, bumm)    

(in Anlehnung an ein bekanntes Lied)

 

Tja, St. Martin, Nikolaus und ähnliche Feste wird es in diesem Jahr wohl nur in sehr abgewandelter Form geben, wenn überhaupt. Was geht? Was geht nicht? Das sind auch hier die Fragen, die Herausforderungen an uns alle. Wo kommt in diesen dunklen Zeiten ein Lichtlein her? Und schon sind wir ja genau bei der Sache. Lichtlein, Lichtblick – St. Martin – da war doch was?

Es gibt da so Geschichten, Erzählungen, ganz alte Legenden, die seit Jahrhunderten in christlichen Gegenden weiter gegeben wurden und werden. Vielleicht können die auch gerade in diesem Jahr ein wenig Licht schenken, kleine aber helle Lichtblicke sein.

Jedenfalls scheint es, dass diese Geschichten eine besondere Anziehungskraft hatten und haben auch für Leute „von außerhalb“. Deshalb werden sie Jahr für Jahr erzählt, gesungen und gespielt, wie schon gesagt seit Hunderten von Jahren, auch und gerade in den dunkelsten Zeiten. Davon gab es hierzulande sehr, sehr viele. Besonders auch den verzweifelten und einsamsten Menschen waren sie gewidmet, auch davon gab es und gibt es noch viel, viel mehr, auch heute.

Eine dieser Erzählungen, die mir spontan einfällt:                                                                   

Da war einmal ein junger Mann, der im Alter von 15/16 Jahren zum Soldat des römischen Kaisers ausgebildet wurde. Die Geschichte ist also sicherlich schon vor 1600 Jahren passiert und wird seither so oder ein wenig anders erzählt. Er war aus guter Familie, hat den Beruf des Vaters gewählt und hatte als Reitersoldat im römischen Heer eine gute Position, eine gutes Auskommen und eine hervorragende Ausstattung. Seine Karriere war ihm vorgegeben. Als junger Offizier stand er hoch in Kurs. Das einzige Manko seines Berufs war wohl der Krieg, die Schlacht, der Kampf mit all seinen schlimmen Erfahrungen und gewalttätigen Aktionen. Doch das alltägliche Leben als Ritter des Kaisers ließ sich genießen.

So ritt dieser Reitersmann, mittlerweile wohl an die 20 Jahre alt, eines frühen Abends im Winter durch den Schnee, in voller Uniform, gut geschützt gegen die Kälte und den böigen Wind von dem weiten, roten Mantelumhang der römischen Legionen. Schon von Weitem sah er am Wegesrand ein kleines Holzfeuer und, als er näher kam, im Schnee dabei einen Mann sitzen, ärmlich gekleidet, in eine zerrissene Decke gehüllt.                                                        

„Was ist denn mit dem los?“ wird sich unser Soldat wohl gefragt haben. Vielleicht sogar „Pack!“ oder „Lumpenpack!“ Vielleicht hat ihn das auch gar nicht so sehr aufgeregt, denn solche Begegnungen gehörten derzeit zu den alltäglichen Begebenheiten.

„Was ist denn mit mir los?“ Dieser Gedanke schoss unserem Soldaten – er hatte übrigens auch einen Namen: Martin hieß er, wie jedem wohl schon klar ist, – sicherlich durch den Kopf, denn unmerklich und ungewöhnlich lenkte er sein Pferd zum Feuer hin und hielt es bei dem armen Kerl sogar an. Dann stieg er ab und – so wird es Jahr für Jahr bei uns und überall erzählt und gesungen, – zog seinen Mantelumhang vom Rücken, nahm sein Schwert und teilte den Mantel in zwei Stücke. Das eine Mantelteil gab er dem Bettler im Schnee, das andere zog er sich wieder über. Dann stieg er auf sein Pferd verließ den Bettler und diese unwirkliche Szene.

Von da an wurde für diesen Soldaten Martin alles anders, änderte sich sein Leben vollkommen. Noch in der gleichen Nacht soll er einen Traum gehabt haben mit einer sonderbaren Begegnung. In diesem Traum war Jesus bei ihm und hat ihm die Begebenheit am Feuer aus seiner Sicht erklärt.                                                                                                            

Jedenfalls wurde von einem Tag auf den anderen aus dem Soldat Martin ein Mensch, der sein Herz für andere öffnete. Er legte die Uniform ab und ging mit offenen Augen und offenen Händen durch die Welt seiner Zeit. Dazu gibt es viele weitere Geschichten, die in vielen Büchern aufgeschrieben sind, in Liedern besungen werden und heute im Internet auf vielerlei Seiten gesammelt sind. Sie sollen und wollen jedes Jahr erzählt oder gesungen werden von diesem Martin, der später Bischof wurde und bis heute für uns alle der Heilige (Sankt) Martin ist. Zu seinen Ehren finden alljährlich die großen und kleinen Martinszüge statt mit tausenden, leuchtenden Laternen.

Diese Erzählungen sind wie die Lichter, die zu seinem Namenstag am 11. November zum Martinsfest angezündet werden. Lichter anzünden und Laternen basteln, das geht auch in diesem Jahr 2020, auch wenn der Martinszug ausfällt. Stellen/ hängen Sie die Laternen ans / ins Fenster zur Straße hin oder auf Ihren Balkon. Dann geht der Martinszug mal nicht mit den Laternen am Haus vorbei, aber alle können an den Martinslichtern an ihrem Haus vorbei gehen. Das wird sie an den St. Martin und sein Licht, das bis heute in unsere Tage leuchtet, erinnern.

Oder die ganze Familie macht sich mit Laternen (selbst gebastelte!) im Dunkeln auf den Weg, einmal um den Block vorbei an den Martinslichtern in den Häusern, am Abend des 11. November 2020, (natürlich die Corona-Regeln beachtend!). 

Ich (wir) geh(n) mit meiner Laterne                             
und meine Laterne mit mir.                                                   
Da oben leuchten die Sterne                                          
hier unten leuchten wir.                                            
St. Martin ist dran, wir gehen voran,                       
Rabimmel,rabammel, rabumm (bumm, bumm)                                                               

(BM 25.10.2020)                                                                                                                

ERINNERUNGEN  –  nicht nur der derzeitigen Situation geschuldet

Liebe Freundinnen und Freunde!

Jeder weiß zur Zeit, was die Stunde geschlagen hat. Viele richten ihren Blick auch schon voraus in die Wintermonate des Jahres 2020/2021: Wie kann das alles gehen? Was wird alles anders sein? Was kann ich/ was können wir tun, damit nicht alles …… ? So vieles ist vollkommen in Frage gestellt!

Vielleicht hilft uns, unseren Familien, den Kindern, den Jugendlichen ein Stichwort:

ERINNERUNGEN —- denn, wenn wir uns erinnern, wie es war, was war, an das, was uns unvermittelt einfällt, positiv oder auch negativ, dann gibt das für uns selber einerseits was zu tun, und andererseits auch Anregungen, was anzupacken. Darüber hinaus sind Erinnerungen und deren Weitergabe seit Menschengdenken für die Lebendigkeit einer Familie, einer Gemeinschaft, unseres Christentums, der Kirche als Gesamtheit, unserer Gemeinden St. Clemens und St. Lambertus maßgeblich mitverantwortlich.

Mit den Festen Allerheiligen / Allerseelen möchte ich an dieser Stelle einen winterlichen Erinnerungsbogen beginnen.

ERINNERUNGEN I    ——   ALLERHEILIGEN / ALLERSEELEN  – (vor noch nicht 60 Jahren):

Allerheiligen und Allerseelen – damals beide Tage noch Feiertage – waren bei uns zu Huase als Kinder Jahr für Jahr sehr geheimnisvolle Tage. Als Hintergrund gehört dazu, dass es in unseren Kindertagen in unserem Dorf immer noch einen „Kirchhof“ gab, der gleichzeitig als Friedhof des Dorfes genutzt wurde. Meine Großeltern und alle Vorfahren und verstorbenen Mitglieder der Familie waren dort beerdigt, direkt um die Kirche herum. Jeder kannte die Gräber der eigenen Familie. Fast täglich führte der Weg daran vorbei, denn der Kirchhof lag mitten im Dorf, ein paar Stufen höher wie die Straßen. Der Weg über den Friedhof verband den westlichen Teil des Dorfes mit den Straßen im Osten. Am Abend, in der Dämmerung wählten wir Kinder selbstverständlich den längeren Weg um den Friedhof herum. Nur „ganz Abgebrühte“ liefen dann noch über den Kirchhof, der dann, eingerahmt von einer alten, Efeu bewachsenen Mauer, im Schatten des unheimlichen Kirchturms, um den der Wind sauste und heulte, unbeleuchtet in der Dunkelheit lag.

Jeder hatte so seinen bevorzugten Weg um die Kirche herum, je nachdem „wo Opa oder Oma lagen“. Am Tag war das alles, wie gesagt, kein Problem, alles war ja so vertraut, auch die Leute, die man so traf auf dem Kirchhof. Jeder kannte doch jeden bei uns im Dorf, aber am Abend?  …… Und wenn sich dann noch ein anderer dort zwischen den Gräbern bewegte? Es war sicherlich eine Mutprobe, sich im Dunkeln über den Friedhof zu trauen!

Und dann kam die dunkle Jahreszeit. Allerheiligen war immer der Beginn. An diesem Tag war alles anders. Wir warteten darauf, dass es am frühen Nachmittag dämmerte. Dann zogen sich die Eltern die Wintermäntel an und die ganze Familie machte sich auf den Weg zum Friedhof, so wie fast alle anderen Familien aus dem Dorf.

Erst wenn wir die Stufen zum Kirchhof hoch gestiegen waren, konnten wir Kinder es sehen: die vielen roten Lichter in den Laternen auf den Gräbern. Dazwischen huschten die kleinen und großen Bewohner des Dorfes, leise flüsternd.

Nacheinander wurden alle Gräber der Familie, von Opas und Omas, Großtanten und –onkel „besucht“, dort leise gebetet. Die flackernden roten Lichter glänzten in unseren Augen, während alle ruhig und sehr gesittet den Gang über den Kirchhof zu Ende brachten. Von den Eltern wurden wir dabei auf den/ die eine/n oder andere/n früheren Nachbarn, Vorfahren, Onkel, Tante aufmerksam gemacht, „der hier und da liegt“. So wurden uns Kindern viele Verbindungen deutlich und Erinnerungen an diese Verstorbenen blieben wach. Uns wurde bewusst, dass wir dazu gehörten, zu all denen, denen wir auf dem Friedhof begegneten. Sie und wir gehörten zur Geschichte unserer Familien, zur Geschichte des Dorfs und der Kirche mitten im Dorf.

ERINNERUNGEN eben, an Allerheiligen/Allerseelen, an all das, was unser Leben ausmacht. In den kommenden Wochen und Monaten wird es einige „Gedenktage“ geben. Sie verbinden uns auch mit unserer Geschichte, unserem Glauben und besonders unseren Kirchengemeinden. Geschichten, die wir Jahr für Jahr weitergeben müssen, auch und gerade in diesem Jahr/ Winter 2020 / 2021, in dem viele der gewohnten Bilder, Orte und Wege verschlossen bleiben.

Vielleicht haben auch Sie Spaß und Interesse daran, dabei mit zu tun, Ihre Erinnerungen mit anderen zu teilen, sie mitzuteilen. Dann können wir miteinander auch die Advent- und Weihnachtstage begehen und diese, auf eine andere Art und Weise, miteinander feiern.

Bernhard Müller (BM 25.10.2020)

Kinderkirche zu Ferienbeginn

Hallo, liebe Kinder!

Es ist doch klar, dass wir uns vor den Ferien nochmal bei Dir melden. Zu den Ferien wollen wir Dir dieses kleine, schöne Bild schenken. Dieses Bild mit den Händen erinnert uns alle natürlich an das Motto unserer Erstkommunionvorbereitung: „Gott reicht jedem seine Hand!“ 

Das passiert durch alles, was es auf der Erde gibt. Auch wenn wir auf dem Bild nur unsere Hände sehen und die Erdkugel, so ist Gott in und auf der Erde doch mit dabei. Das Bild zeigt uns, wie schön doch unsere Welt ist.

Neben den Händen und der Erdkugel sieht man aber auch noch ein Herz, geformt aus den vielen Händen. Dieses Herz steht für die Liebe, die es auf der Erde gibt. Jeder freut sich darüber, wenn er geliebt wird. Und es gibt so vieles, was wir lieb haben und mögen auf der Erde. Das zeigt uns, wie jeder von uns, jeder, der auf der Welt lebt, diese Erde lieb haben soll. 

Das Wort „Liebe“ ist ganz wichtig, wenn wir über den „lieben Gott“ nachdenken und ihn suchen. Jeder Mensch sucht andere, die ihn lieb haben. Und ohne Liebe findet keiner den lieben Gott. Die Hände, die Erde, das Herz, das sind ganz große Schätze, die uns nicht verloren gehen dürfen.  Wir müssen darauf aufpassen.

Den ein oder anderen großen oder kleinen Schatz, – richtig wertvoll oder nur für Dich in deinem Herzen- , wirst Du in den Ferienwochen vielleicht auch finden können. Gerade in der Ferienzeit wird jeder von uns ganz viel erfahren können. Unsere Erde bietet / schenkt uns so viele Möglichkeiten, neugierig zu sein auf kleine und große Schätze, um so dem lieben Gott etwas näher zu kommen.  

Deshalb haben wir hier jetzt noch ein zweites „Herzbild“ für Dich. Na ja, das mit dem Herz, müssen wir wohl noch ein wenig üben. Das Bild kennst Du ja bestimmt. Wenn Du genau hinsiehst, erkennst Du vielleicht sogar die beiden Falken in der Luke vom Kirchturm. Auch dieses Bild zeigt einen Schatz für viele, die in Kaldenkirchen wohnen und gewohnt haben. Sie haben ihre Kirche sehr lieb gewonnen. Wir brauchten gar nicht lange suchen, um dieses „Herz-Bild“ zu „schießen“.

Und jetzt bist Du dran, mit dem „Herz-Bild(er) schießen“. Wie wäre es? So wie in unserem Lied: „Hände die schenken, erzählen von Gott“, könntest Du uns ein Herzfoto mit Deinen Händen schenken und damit von Gott erzählen.

Die Aufgabe, kannst Du Dir sicherlich denken. In den Ferienwochen, egal wo Du bist, wo Du steckst, findest und entdeckst Du für Dich sicherlich einen schönen Ort, einen wertvollen oder schönen oder liebenswerten Gegenstand. Dann forme Dein Hände zu einem Herz,  -bitte vorher etwas üben, damit das mit dem Herz besser klappt,-  und rufst schnell jemand, den Du magst. Der kriegt den Auftrag, durch die Herz-Hände mit dem Handy oder einem Fotoapparat so ein Bild zu schießen. Dieses Bild wird dann für Dich eine liebevolle Erinnerung an den Sommer 2020 sein, der für uns alle so „anders“ ist.

Wenn Du Lust hast, kannst Du uns Dein „Herz-Bild“ auch zu uns schicken. Auf der Homepage der Pfarren werden wir die Bilder einstellen ins Internet. Oder wir machen aus vielen „Herz-Bildern“ ein großes Bild für die Kirche oder den Convent. Vielleicht haben wir ja noch eine andere Idee.

Wir wünschen Dir, dass Du so vieles unternehmen wirst und Neues erleben kannst. Du brauchst nur Deine Augen zu öffnen, Deine Ohren, Deine Hände, dann kannst Du das spüren, merken. Du kannst spüren und merken, was Dir alles geschenkt wird. Und so kommt auch der „liebe Gott“, unser Vater im Himmel, zu uns, zu Dir. Er hat uns unsere Welt geschenkt und hält sie in seiner Hand. Und Du hältst auch so vieles in Deiner Hand. Pass gut darauf auf! Und denk daran, was unser Lied sagt:

„Hände, die schenken, erzählen von Gott!“

Schöne Ferien und erlebnisreiche Tage!

Für die Kommunionkatecheten und den Familien-Mess-Kreis