Archiv der Kategorie: Aktuelles

Erinnerungen – Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.                                                         
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,                                             
Dann steht das Christkind vor der Tür!

1. Lichtlein, zum 1. Advent auf den Weg geschickt – „Et Beld kütt!“

Nun sind wir im Advent angekommen! Das ist in diesem Jahr natürlich wieder mit vielen Fragezeichen verbunden – Advent 2020??? In diesem Jahr wird einiges anders sein. Wehmütig werden wir alle uns an die „normalen“ Zeiten erinnern, an so viel Schönes, Adventliches, Weihnachtliches! Deshalb möchte ich nochmal in eine Zeit zurück schauen, in der ich Kind war und „Advent“ für uns noch ganz anders verlief als in diesen Jahren des 21. Jahrhundert.

In unserem kleinen Dorf im Rheinland hatte unser Pastor eine Tradition eingeführt, die anderswo, besonders im Süden Deutschlands, bis heute mit „Frauentragen“ bezeichnet wird. Bei uns hatte das einen einfachen Namen, mit dem jeder im Dorf was anfangen konnte: „Et Beld!“ – diese Tradition gibt es übrigens heute noch!

Und so lief die ganze Aktion Jahr für Jahr ab:                          

Am 1. Advent wurden wir in kleinen Gruppen von drei oder vier Kindern in der Sonntagsandacht „ausgesandt“ mit einem Marienbild. Jeden Abend in der Adventszeit, wenn es dunkel wurde, besuchten wir eine andere Familie. Dort wurde gesungen und gebetet – zuerst „das Bild“  abholen, beten und singen, dann „das Bild“ zum nächsten Haus bringen, beten und singen. Jeden Abend waren wir bis zum Heilig Abend waren wir beschäftigt, 23 Tage hintereinander. Oft waren 6 Bilder unterwegs, 6 Gruppen, schön getrennt in Mädchengruppen und Jungengruppen, eingeteilt je für ein oder zwei Straßen.

Viele von uns Kindern machten mit, jedes Jahr, auch weil das ein oder andere „Leckerchen“ oder „Plätzchen“ dabei anfiel, (kein Geld, denn davon gab es damals noch nicht so reichlich). Nicht immer waren alle von uns mit so großer Begeisterung dabei. Oft mussten wir in unserer Gruppe auch mal auf den ein oder anderen umsonst warten. Besonders wenn mich der Sportplatz und das Fußballtraining rief, hatte das Bild bei mir auch keine Chance. Dann mussten die anderen ohne mich auskommen. Übrigens: Fernsehen (die Glotze) war damals keine Ausrede, denn es gab ja nur 2 Programme und am Abend keine „Kinderstunde“ mehr.

Im Advent war das ganze Dorf daran beteiligt, die einen warteten mit großer Frömmigkeit „op et Beld“, andere waren froh, wenn wir uns kurz hielten und dann weiter zogen. „Et Beld“ gehörte eben zum Advent in unserem Dorf dazu, wie es scheint bis heute!

Das Bild brachte die adventliche Botschaft des Wartens auf die „Ankunft des Gottessohnes“ bildlich in die Häuser der Bewohner. Sie sollten bereit sein, ihre Häuser und Türen, auch ihre Herzen zu öffnen für Maria (und Josef), um die „Fremden“, die eine Herberge suchen, aufzunehmen. Die Herbergssuche war auch der Hinweis unseres Pastors an uns.

Ich glaube, diese adventliche Aufgabe gilt auch heute noch für uns, damit für jeden von uns und besonders für die, die gerade in diesem Jahr ohne „zu Hause“ sind, oder so lange alleine und einsam zu Hause warten müssen,  auch Weihnachten sein kann.

Denn mit Weihnachten, am Heilig Abend ging unsere Aufgabe zu Ende. Zu Beginn der Christmette trafen sich alle Gruppen mit ihren Marienbildern in der Kirche. Mit einer kurzen Feier zu Beginn des Gottesdienstes wurden wir mit einem „Ave Maria“ begrüßt, und dann die Geburt des „Jesuskind“ im Stall von Bethlehem verkündet.    

(BM 19.11.2020)

 

Aktion Weihnachtspäckchen der Nettetaler Tafel 2021

Frohe Weihnachten für alle!

Die Nettetaler Tafel sammelt auch in diesem Jahr wieder Päckchen für sozial benachteiligte Menschen.

Packen Sie auch ein Päckchen?

Wir nehmen Ihre Päckchen gerne an am

Freitag, den 11. Dezember 2020 von 15 – 19 Uhr

in Hinsbeck: Jugendheim St. Peter, Wankumer Str. 6
in Kaldenkirchen: Convent, Brigittenstr. 10
in Lobberich: Berufskolleg (Pausenhalle), Färberstr. 5

Wir sind zuversichtlich, dass die Weihnachtspäckchen-Aktion 2020 mit Ihrer Unterstützung wieder viel Freude bereiten wird.

Herzlichen Dank und frohe, gesunde Feiertage wünscht Ihnen die Nettetaler Tafel e.V.

Hinweis:

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre möchten wir einige Wünsche und Empfehlungen für die Befüllung der Päckchen weitergeben:

Lieber wenige, aber hochwertige Produkte

– Waren, die unsere Kunden selten erhalten: Kaffee, Honig, Fruchtaufstrich, gutes Öl, Nüsse, Trockenfrüchte, Zucker, Mehl, Kakaopulver, Hygieneartikel
– hochwertige Fisch- und Fleischkonserven (für Muslime kein Schweinefleisch)
– weihnachtliche Backwaren und Schokoladenartikel, Christstollen, Lebkuchen, Pralinen

Wir bitte Sie, keine kühlpflichtigen oder leicht verderblichen Lebensmittel zu spenden und auf gebrauchtes Spielzeug, Kuscheltiere, Kleidung und Haushaltsgegenstände zu verzichten.

Bitte packen Sie auch keine alkoholischen Getränke oder alkoholhaltige Artikel ein, und geben Sie Ihr Päckchen bitte unverschlossen ab.

Danke schön!

ERINNERUNGEN – San Clemente und zurück

Der Hl. Clemens von Kaldenkirchen                                                                 

Nach dem „heiligen St. Martin“ feiert man in Kaldenkirchen noch vor dem 1. Advent das Clemensfest, den „Namenstag“ unseres Pfarrpatrons, dem Hl. Clemens. Er ist nicht nur für die katholische Pfarre St. Clemens zuständig, sondern, wie das Wappen von Kaldenkirchen deutlich zeigt, seit über 800 Jahren (wahrscheinlich schon viel länger) für die ganze „Stadt“.

Auf ihren „Clemens“ lassen die Kaldenkirchener nichts kommen. Er hat ihnen über all die Jahrhunderte zur Seite gestanden und sie beschützt, besonders dann, wenn der Ort wegen seiner Grenzlage immer und immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen wurde. Aber auch bei Seuchen, die in vielen Jahrhunderten fast regelmäßig auftraten, haben sich die Menschen an ihn gewandt, bis heute, davon erzählen die vielen, vielen Kerzen, die in den vergangenen Monaten tagtäglich in unserer Kirche angezündet wurden.

Es ist schon eine besondere Beziehung, die die Kaldenkirchener zu ihrem Hl. Clemens, den mit dem Anker, haben. Sie halten auch in einer Ze it an ihm fest, in der ansonsten die Anbindung zur Kirche immer weniger Bedeutung hat. Davon erzählt auch der „Grundstein“ im Altarraum unserer Clemenskirche. Als die Kirche Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut und erweitert wurde, hat man aus der antiken Clemenskirche in Rom diesen Stein nach Kaldenkirchen geschafft, um so eine Verbindung zum Ursprung unserer Glaubensgeschichte und zum Hl. Clemens deutlich zu machen.

Deshalb ist die uralte Kirche „San Clemente“ in Rom, etwa 500 m vom Colosseum Richtung Lateran gelegen, immer ein „Muss“ für eine Besichtigung, wenn ich in den letzten Jahren mit einer Gruppe aus Kaldenkirchen oder auch mit der Familie Rom besucht habe. Über die Via Imperiali am Forum Romanum vorbei, dann um das Colosseum herum mit all den Massen von Touristen davor, kommt man in eine ruhige Straße, übrigens mit einigen hervorragenden, kleinen Pizzerien, die von unten (Colosseum) zum Lateran heraufführt.

Wenn man es nicht weiß, ist man schon an dieser unscheinbaren Kirche vorbei gelaufen, die ohne großen Touristenauflauf direkt am Straßenrand liegt versteckt hinter ein paar Bäumen – aber mit einer der schon erwähnten, kleinen Pizzeria und einer Eisdiele direkt gegenüber. Das ist wichtig, denn wenn man zur „Mittagspause“ dorthin kommt, kann man die Wartezeit mit Pizza und Eis im Schatten der Bäume vor der Kirche gut überbrücken. Siesta in Roms Mittagshitze!  

Die Kirche San Clemente betritt man über eine unscheinbare Seitentür, (hier kein Eintritt!). Sie besteht aus einem alten, wunderschönen Kirchenraum und einem sehr stillen, kühlen Innenhof, eigentlich der Vorhof, mit Brunnen, der einen in der Hektik Roms durchatmen lässt. Das Kirchenschiff im Innern wirkt auf den ersten Blick etwas fremd, weil sie anders ausgestaltet ist wie viele andere Kirchen Roms. Da fällt als Erstes die herrliche, goldglänzende Decke im Kirchenschiff und in der Apsis über dem Altar auf.  Es gibt eine Fülle von herrlichen Wandmalereien und Statuen im gesamten Kirchenraum aus den verschiedensten Epochen. Was besonders auffällt, ist ein erhöhter Bereich, der von der Apsis weit in das Kirchenschiff hineinreicht. Zudem wird auch deutlich, dass diese Kirche heute auch den Missioneren des europäischen Ostens, Methodius und Cyrill geweiht ist, deshalb auch seit vielen Jahren als Gotteshaus für die orthodoxen Christen in Rom genutzt wird.  Jeder spürt an diesem Ort das Alter der Basilika, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde auf den Mauern einer viel älteren „Clemenskirche“:

Das Geheimnis von „San Clemente“ erschließt sich nämlich erst, wenn man in den Untergrund hinabsteigt, -dafür muss man allerdings in die Tasche greifen-. Dazu verlässt man den Kirchenraum über den Zugang, der früher allein den Mönchen des dazu gehörenden Klosters zugedacht war. Zweimal geht es abwärts und jedes Mal betritt man eine andere Welt, eine andere Epoche der langen Geschichte Roms, der Geschichte des Christentums und des Glaubenslebens der Menschen. (Auch darunter sind noch Reste einer Bebauung gefunden worden, die aber nicht zugänglich sind.)

Das erste unterirdische Stockwerk, quasi das Fundament der heutigen Kirche, bildet eine ältere Clemenskirche aus dem 4. Jahrhundert, in der der Hl. Clemens in Rom schon lange verehrt wurde. Der gesamte Kirchenraum ist frei gelegt und dort befinden sich noch zahlreiche uralte Reste der Wandbemalung und andere wertvolle Funde früher christlicher Frömmigkeit und Kunst. Neben dem großen Innenraum geht man durch die Seitengänge, die Seitenschiffe quasi auf dem Niveau der Straßen des 4. Jhdt. nach Christus.

Von dort geht es auch weiter abwärts, auf das Niveau und die Geschichte des 1. Christlichen Jahrhunderts, in die Welt vor 2000 Jahren, auf Wege, Fundamente und direkt in die Häuser des alten Rom. Überall hört man es gluckern und plätschern. Wasser, wie es vor 2000 Jahren über die römischen Wasserleitungen in die Stadt geleitet wurde, läuft nach wie vor neben den Wegen in die Wohnungen/ Wohnblocks, die an dieser Straße lagen. Und dann kommt die größte Überraschung. In einem der Wohnblocks, der römischen Insulae, trifft man auf einen Kultraum aus der Zeit Jesu, der dem persischen Sonnengott Mithras geweiht war. Dazu müsste an dieser Stelle sicherlich weitere Erklärungen folgen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Es reicht, glaube ich, von dem Staunen und den überwältigenden Eindrücken zu berichten, die einen an diesem Ort überkommen. Da stehst du da, einige Meter unter der Erde und spürst eine direkte Verbindung von den Menschen in Rom vor 2000 Jahren zu Dir selbst und über die Jahrhunderte hinweg bis nach Kaldenkirchen von heute. Hier wie dort, damals wie heute haben die Menschen nach dem Licht gesucht, besonders in den dunklen Zeiten, sich festgehalten und verbunden durch den Glauben an einen Gott, der das Licht in ihr Leben bringt. Für die vielen, vielen einfachen Leute im Imperium Romanum war das die strahlende Sonnengottheit Mithras. Für uns Christen, beginnend mit der Geburt Jesu, ist er bis heute zum Licht der Welt geworden. Der Glaube an ihn wurde durch Menschen wie den Hl. Clemens, den 2. Nachfolger von Petrus als Bischof von Rom, an uns durch die Generationen weiter gegeben. Er sagt uns und zeigt uns: Jesus ist das Licht! Er ist für uns alle, die mit ihm im Boot sind, der Rettungsanker, den uns „unser Clemens“ anbietet.

So entsteht in San Clemente eine faszinierende Verbindung, die bis in unsere Kirche „Sankt Clemens“ reicht. Sollten Sie als Kaldenkirchener mal nach Rom kommen, vergessen Sie den Besuch von „San Clemente“ nicht. Die Ruhe und Besinnlichkeit der derzeit oberirdischen Kirche und die Entdeckungen unter der Erde führen Sie in eine geheimnisvolle Welt und verbinden Sie unmittelbar mit der Geschichte über Jahrhunderte hinweg bis zu uns, zu unseren Kinder, Familien, in unsere Welt im „kleinen Kaldenkirchen“.    

Und wenn Sie, gerade in den dunklen Tagen des November und der „schlimmen“ Zeit, die wir gerade erleben, in unsere Clemenskirche kommen, dort vorbei kommen, dann zünden sie dort ein Licht an, ein Licht als Bitte für Frieden, Gesundheit, für unsere Gemeinschaft, ein Licht der Liebe und des Vertrauens, ein Licht für alle, für jeden, der von den Ängsten und Sorgen dieser Tage bedrängt wird.           

(BM 28.10. / 01.11.2020)

ERINNERUNGEN – Sankt Martin fällt nicht aus

Keiner geht mit einer Laterne,
Und keine Laterne mit mir,
Da oben leuchten die Sterne,
Doch unten ist keiner hier. 
Kein Licht ist an, Corona ist dran,
Rabimmel, rabammel, rabumm (bumm, bumm)    

(in Anlehnung an ein bekanntes Lied)

 

Tja, St. Martin, Nikolaus und ähnliche Feste wird es in diesem Jahr wohl nur in sehr abgewandelter Form geben, wenn überhaupt. Was geht? Was geht nicht? Das sind auch hier die Fragen, die Herausforderungen an uns alle. Wo kommt in diesen dunklen Zeiten ein Lichtlein her? Und schon sind wir ja genau bei der Sache. Lichtlein, Lichtblick – St. Martin – da war doch was?

Es gibt da so Geschichten, Erzählungen, ganz alte Legenden, die seit Jahrhunderten in christlichen Gegenden weiter gegeben wurden und werden. Vielleicht können die auch gerade in diesem Jahr ein wenig Licht schenken, kleine aber helle Lichtblicke sein.

Jedenfalls scheint es, dass diese Geschichten eine besondere Anziehungskraft hatten und haben auch für Leute „von außerhalb“. Deshalb werden sie Jahr für Jahr erzählt, gesungen und gespielt, wie schon gesagt seit Hunderten von Jahren, auch und gerade in den dunkelsten Zeiten. Davon gab es hierzulande sehr, sehr viele. Besonders auch den verzweifelten und einsamsten Menschen waren sie gewidmet, auch davon gab es und gibt es noch viel, viel mehr, auch heute.

Eine dieser Erzählungen, die mir spontan einfällt:                                                                   

Da war einmal ein junger Mann, der im Alter von 15/16 Jahren zum Soldat des römischen Kaisers ausgebildet wurde. Die Geschichte ist also sicherlich schon vor 1600 Jahren passiert und wird seither so oder ein wenig anders erzählt. Er war aus guter Familie, hat den Beruf des Vaters gewählt und hatte als Reitersoldat im römischen Heer eine gute Position, eine gutes Auskommen und eine hervorragende Ausstattung. Seine Karriere war ihm vorgegeben. Als junger Offizier stand er hoch in Kurs. Das einzige Manko seines Berufs war wohl der Krieg, die Schlacht, der Kampf mit all seinen schlimmen Erfahrungen und gewalttätigen Aktionen. Doch das alltägliche Leben als Ritter des Kaisers ließ sich genießen.

So ritt dieser Reitersmann, mittlerweile wohl an die 20 Jahre alt, eines frühen Abends im Winter durch den Schnee, in voller Uniform, gut geschützt gegen die Kälte und den böigen Wind von dem weiten, roten Mantelumhang der römischen Legionen. Schon von Weitem sah er am Wegesrand ein kleines Holzfeuer und, als er näher kam, im Schnee dabei einen Mann sitzen, ärmlich gekleidet, in eine zerrissene Decke gehüllt.                                                        

„Was ist denn mit dem los?“ wird sich unser Soldat wohl gefragt haben. Vielleicht sogar „Pack!“ oder „Lumpenpack!“ Vielleicht hat ihn das auch gar nicht so sehr aufgeregt, denn solche Begegnungen gehörten derzeit zu den alltäglichen Begebenheiten.

„Was ist denn mit mir los?“ Dieser Gedanke schoss unserem Soldaten – er hatte übrigens auch einen Namen: Martin hieß er, wie jedem wohl schon klar ist, – sicherlich durch den Kopf, denn unmerklich und ungewöhnlich lenkte er sein Pferd zum Feuer hin und hielt es bei dem armen Kerl sogar an. Dann stieg er ab und – so wird es Jahr für Jahr bei uns und überall erzählt und gesungen, – zog seinen Mantelumhang vom Rücken, nahm sein Schwert und teilte den Mantel in zwei Stücke. Das eine Mantelteil gab er dem Bettler im Schnee, das andere zog er sich wieder über. Dann stieg er auf sein Pferd verließ den Bettler und diese unwirkliche Szene.

Von da an wurde für diesen Soldaten Martin alles anders, änderte sich sein Leben vollkommen. Noch in der gleichen Nacht soll er einen Traum gehabt haben mit einer sonderbaren Begegnung. In diesem Traum war Jesus bei ihm und hat ihm die Begebenheit am Feuer aus seiner Sicht erklärt.                                                                                                            

Jedenfalls wurde von einem Tag auf den anderen aus dem Soldat Martin ein Mensch, der sein Herz für andere öffnete. Er legte die Uniform ab und ging mit offenen Augen und offenen Händen durch die Welt seiner Zeit. Dazu gibt es viele weitere Geschichten, die in vielen Büchern aufgeschrieben sind, in Liedern besungen werden und heute im Internet auf vielerlei Seiten gesammelt sind. Sie sollen und wollen jedes Jahr erzählt oder gesungen werden von diesem Martin, der später Bischof wurde und bis heute für uns alle der Heilige (Sankt) Martin ist. Zu seinen Ehren finden alljährlich die großen und kleinen Martinszüge statt mit tausenden, leuchtenden Laternen.

Diese Erzählungen sind wie die Lichter, die zu seinem Namenstag am 11. November zum Martinsfest angezündet werden. Lichter anzünden und Laternen basteln, das geht auch in diesem Jahr 2020, auch wenn der Martinszug ausfällt. Stellen/ hängen Sie die Laternen ans / ins Fenster zur Straße hin oder auf Ihren Balkon. Dann geht der Martinszug mal nicht mit den Laternen am Haus vorbei, aber alle können an den Martinslichtern an ihrem Haus vorbei gehen. Das wird sie an den St. Martin und sein Licht, das bis heute in unsere Tage leuchtet, erinnern.

Oder die ganze Familie macht sich mit Laternen (selbst gebastelte!) im Dunkeln auf den Weg, einmal um den Block vorbei an den Martinslichtern in den Häusern, am Abend des 11. November 2020, (natürlich die Corona-Regeln beachtend!). 

Ich (wir) geh(n) mit meiner Laterne                             
und meine Laterne mit mir.                                                   
Da oben leuchten die Sterne                                          
hier unten leuchten wir.                                            
St. Martin ist dran, wir gehen voran,                       
Rabimmel,rabammel, rabumm (bumm, bumm)                                                               

(BM 25.10.2020)