Archiv der Kategorie: Ostern

Kommunionvorbereitung 2021 – neue Filme

Schon beim ersten Treffen der Eltern unserer Kommunionkinder war klar: Diesmal wird es anders werden. Die Erstkommunion soll am 20. Juni 2021 stattfinden und deshalb werden aufgrund des Kontaktverbotes in der Pandemie erstmal Onlinegruppenstunden stattfinden.

Und treu nach dem Motto: „Wenn die Kinder nicht zur Kirche kommen können, dann kommt die Kirche eben zu den Kindern“ haben wir angefangen kleine Filme zu drehen, in denen Herr Bernhard Müller den Kindern einiges über unseren Glauben und die Kirche erklärt.

Ein paar der kleinen Filme möchten wir Ihnen zum Anschauen hier auf der Seite präsentieren.

Thema “In der Kirche” (neu)

Thema “Wortgottesdienst” (neu)

Thema “Altar”

Thema “Karwoche”

 

Live-Stream-Gottesdienst zu Ostern

Am Karsamstag, dem 03.04.2021, laden wir Sie ein, um 22:00 Uhr an der Osternacht als Live-Stream-Gottesdienst für die Pfarren St. Clemens Kaldenkirchen und St. Lambertus Leuth teilzunehmen.

Klicken Sie auf den folgenden Link:
http://streaming.schmitz-nettetal.de/kultur/kirche.php


Die Feier der Osternacht wird am Ostersonntag, dem 04.04.2021, zwischen 09:30 und 12:00 Uhr als Aufzeichnung zu sehen sein.
http://www.stclemens-kaldenkirchen.de/streaming/kirche.php

Alternativ startet um 10:00, 18:00 und 20:00 Uhr eine Aufzeichung unter:
http://streaming.schmitz-nettetal.de/kultur/kirche.php

Ostern – und kein Ende

Ostern ist doch jetzt vorbei! Jesus ist auferstanden! Es ist doch alles gut! Oder?

Da ist ja aber noch dieser Thomas. Der hat Ostern verpasst. Der war nicht da, als Jesus sich hinter/trotz verschlossenen Türen seinen Jüngern gezeigt hat. Was ist mit dem los? Was ist mit all denen los, die wie Thomas das Unglaubliche nicht glauben können und wollen. Trotz aller Freundschaft mit den anderen, die es bezeugen, bleibt er dabei: Das glaube ich nicht!!!

Dem Thomas geht es wohl wie vielen von uns, wie vielen in all den Jahren seit Ostern. Auferstehung von den Toten, das ist doch vollkommen unwahrscheinlich. Das ist noch nie passiert und wird auch nie passieren. Das ist unlogisch, gegen jede Vernunft, unglaublich! Wie soll das gehen? Jesus und alles was er getan, gesagt hat, das ist schön und gut, aber tot und wieder lebendig – nein, nicht mit mir!

So fordert Thomas seine Freunde und auch Jesus heraus. Er braucht, er will eine Entscheidung, eine Sonderbehandlung. Jesus schenkt sie ihm. Er lässt Thomas sogar so nahe an sich heran wie keinen anderen. Thomas darf ihn berühren, seine Hände, seine Wunden. So wird er uns als ganz besonderer Zeuge der Auferstehung dargestellt. (Joh 20,19 – 29)

Thomas, ein Glück, dass es dich gibt! Ein Glück, für jeden von uns, dass du den Mund aufgemacht hast, das Unglaubliche nicht einfach hingenommen hast, nicht nur mitgelaufen bist. Ein Glück, dass du standhaft geblieben bist, nachgefragt, nachgehakt hast. Du eröffnest uns ungläubigen Gläubigen den Weg, den Weg mit Jesus, den Weg zu Gott. Du bist selbst diesen Weg weiter gegangen und hast unendlich viele Menschen auf den Weg gebracht.

(Auch wenn über diesen Weg nicht viel Konkretes bekannt ist, fast ausschließlich Legenden.) Thomas Weg führt ihn im Auftrag Jesu nach Osten und Süden. Im Gegensatz zu den anderen Jüngern, die es von Jerusalem aus Richtung Kleinasien, Griechenland und Rom zieht, verschwindet er im Osten. Syrien, Armenien, den heutigen Irak, Iran (Persien) und schließlich Indien entlang der Westküste bis zu den Provinzen am südlichen Zipfel (heute Kerala) sind seine Stationen. Hier stirbt er (wohl im Jahr 72 n. Chr.). Bis heute gibt davon eine große Grabeskirche Zeugnis. Vollkommen losgelöst und über Jahrhunderte ohne Kontakt zu anderen christlichen Kirchen leben seitdem dort die „Thomas-Christen“, eine Kirche, christliche Gemeinden mit ganz alten, ursprünglichen Riten. Basierend auf dem Zeugnis, der Botschaft des Thomas, haben in diesen Ländern Christen den Glauben an Jesus gelebt, sind seinem Weg gefolgt, haben ihn als Sohn Gottes verehrt, sind seine Gemeinschaft. „Communio in christo“, wie der Lateiner sagt.

Auch sie gehen den Weg mit Jesus, mal gläubig, mal eher ungläubig, mal fromm, mal mit Zweifel, immer auf der Suche nach Gott, nach dem, der mir das Leben geschenkt hat, nach dem, der meinem Leben einen Sinn gibt. Mit dem Ostertag beginnt dieser Weg der Suche ganz neu, wie beim Thomas. Ostern bleibt also. Ostern ist immer der Beginn meiner Suche nach dem guten, dem besseren Weg zu Gott, durch die Freundschaft mit Jesus in seiner Gemeinschaft.

 

Wieso geht mir jetzt das Stichwort „Erstkommunion“ durch den Kopf? Klar, eine Woche nach Ostern ist bei uns ja traditionell auch „Weißer Sonntag“ – Erstkommunion – großes Fest der Kinder, der Familien und der Pfarrgemeinden. Das fällt dieses Jahr leider aus. Hoffentlich für alle kann es bald nachgeholt werden. Denn Erstkommunion heißt ja nichts anderes wie eben mit Hilfe von Thomas und seinen Gemeinden beschrieben. Mit der Kommunion, – communio – Gemeinschaft – begeben die Kinder sich auf den Weg des Lebens mit Jesus, mit dessen Freunden zu Gott hin. Ihn suchen wir miteinander. Er soll uns auf dem Weg der Freundschaft durch Jesus begleiten. Und dieser Weg ist wirklich nicht einfach, wie jeder wohl weiß. Die Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen müssen gefunden werden. Ungläubiges Kopfschütteln, Zweifel und Hoffnungslosigkeit, Bitten und Beten, Verzweiflung, aber auch Glück und Liebe und Freundschaft weisen den Weg. Es wäre schön, wenn unsere Kommunionkinder auf ihrem Weg erfahren, dass Jesus sie in der Gemeinschaft von Freunden begleitet, wenn er Wegweiser und „Wegzehrung“ wird. Es wäre schön, wenn die Kinder auf ihrem Weg „communio“ „Weggemeinschaft“ im Glauben und auch im Unglauben erfahren, so wie dieser „ungläubige“ Thomas!

(BM 14.-16. April 2020)

Junge Kirche: Alpha und Omega – Anfang und Ende

Heute will ich zwei Freunde von Jesus begleiten (Lk 24,13-24, 28-31). Sie waren auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Jesus war gestorben, grausam gekreuzigt worden. Jetzt war er weg. Nicht mehr da.

Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, gesellte sich ein Wanderer zu ihnen. „Geht ihr nach Emmaus?“, fragte er.
„Ja, du kannst gerne mit uns zusammen dort hingehen“, antworteten sie.
„Das mache ich gerne.“ Nun waren sie zu dritt auf ihrem Weg. Der Wanderer fragte sie: „Was sind das für Dinge, über die ihr da redet?“
Da blieben die zwei Freunde traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – meinte traurig: „Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?“
Der Fremde fragte: „Was denn?“
„Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Und er war unser Freund. Aber er wurde verurteilt und ans Kreuz geschlagen. Wir hatten gehofft, dass er der Erlöser sei. Aber da haben wir uns wohl getäuscht. Heute ist schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, aber da war sein Leichnam weg. Sie erzählten, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.“ Traurig schüttelte Kleopas den Kopf.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Als der fremde Wanderer weitergehen wollte, luden sie ihn ein, zu bleiben.

Und dann geschah es, als er mit ihnen am Tisch saß.
Der Fremde nahm das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.

„Das kann doch nicht …!“
„Wie kann das sein?!“

Plötzlich erkannten sie den Wanderer. Wer es wohl war?

 

Obwohl er die ganze Zeit mit ihnen gegangen war, erkannten sie ihn nicht. Den ganzen Weg war er an ihrer Seite. Er war da!

Ob das auch bei uns so ist?

Vielleicht geht Jesus auch den ganzen Weg mit uns. Ist da. Unser ganzes Leben lang. Den ganzen langen Weg.
Aber wir erkennen ihn einfach nicht. Gehen nur mit gesenktem Kopf stur den Weg entlang. Ohne Seitenblick, ohne inne zu halten.

Die Jünger erkennen Jesus erst, als er das Brot bricht. Sie erkennen ihn in einem seiner Zeichen. Einer seiner Spuren.

Ob das auch bei uns so ist?

Ich denke an meine bisherige Suche zurück. An all die Spuren, die ich bereits gefunden habe …

Die Ostertage neigen sich dem Ende zu. Langsam kehre ich in meinen Alltag zurück. Aber es hat sich etwas verändert.

In der Osternacht, da konnte ich es spüren: Er ist wirklich da! Es lohnt sich!

 

Noch eines möchte ich euch mit auf den Weg geben:

Erinnert ihr euch noch an das Mosaik auf dem Stein-Hügel in der Fußgängerzone?
Dort, wo ich meine Suche begonnen habe.
Eigentlich sind es nur viele kleine, einfache Steine. Aber zusammen ergeben sie ein Bild.
So wie eure Blume nun ein Teil der Wiese ist. Sie gehören zusammen. Ein Teil des großen Ganzen. Gemeinschaft. In Gott.

Das Mosaik – das erste Zeichen auf meiner Suche.
Die Blumenwiese – das letzte Zeichen auf meiner Suche.

Alpha und Omega. Anfang und Ende. Ein weiteres Zeichen?

 

Meine Suche nach Gott ist noch lange nicht zu Ende. Ich hoffe, auch ihr werdet immer wieder die kleinen und großen Spuren finden und ihm weiter nachspüren.

Ich bleibe zu erreichen per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de.

Vielen Dank für eure wunderbaren Ideen!

Ohne euch wäre ich nicht so weit gekommen!

Ostermontags-Emmaus-Gang

frei nach Lk 24, 13 – 35

Dann ist da ja auch noch der Ostermontag. Der gehört dazu, zum Osterfest. Den dürfen wir nicht vergessen mit dieser wundervollen, tausendfältigen „Emmaus-Geschichte“. Wenn der Evangelist Lukas den Weg nach Emmaus nicht damals schon erzählt hätte, sie könnte so oft das Leben von Christen darstellen. Und gerade heute, in diesem Jahr 2020, Ostern 2020 mit all dem Leid, den Ängsten, der Verwirrung, den Fragen dieser „Corona-Tage“ müsste sie aufgeschrieben werden.

Ich glaube, jedem von uns geht all das nahe, sehr nahe. Jeder hat die Entwicklungen, die Zahlen, die Verordnungen, den ganzen Schlamassel von Corona und seine Folgen zu verdauen. Und jeder ist mehr oder weniger damit allein gelassen. Alle Nachrichten, alle „Corona-Ticker“, und Talk-Show-Talks, Experten- und Wissenschaftsverlautbarungen bringen kaum Klarheit, machen noch verrückter, schaffen Zweifel, aber bringen keine Antworten oder Beruhigung.

So ist jeder unterwegs, allein, allein gelassen mit all dem, was einem so durch den Kopf geht, vielleicht, hoffentlich noch mit einem Freund/ einer Freundin, einem vertrauten Menschen. Auf diesem Weg wird gequatscht, diskutiert, erzählt, beruhigt und wieder nervös gemacht. „Zur Ruhe kommen“ ist anders.

In der gleichen Lage sind die beiden Jünger. Alles war ihnen zu viel geworden. Auch wollten sie sich nicht einschließen wie die anderen Freunde. Sie hatten das Gerede, die Angst, die Hoffnungslosigkeit und die Gerüchte satt. Ihr Entschluss: Ab nach Hause! Ende der Sendung! Weg von allem! Abstand!

Zu Hause könnte man ja weiter machen, wie früher. Daran wollten sie sich festhalten. Schließlich muss man doch einsehen, wenn man auf das falsche Pferd gesetzt hat!

Doch so ganz fertig waren sie mit ihrem Jesus-Abenteuer wohl noch nicht. Da gab es schon noch einiges nach zu karten. Ihr Weg nach Haus, nach Emmaus, war eine einzige Erinnerung, vielleicht sogar Abrechnung mit dem, was passiert ist.

Wer kann all das Corona-Gerede noch hören? Am liebsten würde doch jeder von uns gerne sagen: „Genug!“ „Es reicht!“ „Schluss damit!“ Und noch lieber wäre es uns, wenn es jetzt endlich weiter geht, voran, alles zurück auf Normalität, die jeder gewohnt ist. Alles soll wieder so sein, wie es war, wie jeder es kennt. Auch wenn nicht alles Gold war, was da glänzte noch vor ein paar Wochen, – eigentlich lag und liegt ja schon ´ne ganze Menge im Argen, wie wir jetzt merken, – aber es war doch gut. Wir haben bis heute doch so viel. Wir konnten doch alles Mögliche! Die ganze Welt stand uns offen. Und jetzt? Wann geht es weiter? Wo geht’s hin? Wer kann was sagen? Wer hilft? Wer sagt mir was, wo, wie, wann …….. ??????

Da kommt dieser Fremde schon recht. Der hat was drauf! Kann vieles erklären! Aufklären! Er spricht so interessant, so mit Kraft, dass man ihm immer weiter zuhören kann. Und langsam ändert sich die Stimmung. Die beiden Wanderer können nicht genug von ihm erfahren. Sie hören auf ihn. Sie laden ihn ein. Und das Wunder nimmt seinen Lauf!!

Sie öffnen dem Fremden ihre Tür. Er öffnet ihnen die Augen und ihre Herzen. Das gemeinsame Mahl führt sie endgültig zurück ins Leben, zurück auf ihren Weg, den sie mit ihrem Freund Jesus eingeschlagen hatten. Für ihn brennt immer noch ihr Herz. So kann er zu ihnen zurückkehren. Und sie können zurückkehren zu ihren Freunden mit der frohen Botschaft: „Wir haben den Herrn gesehen!“ Wir haben mit ihm gesprochen, gegessen. „Er ist nicht tot! Er lebt!“ In diesem Augenblick beginnt sie, die Geschichte, der Weg der Christen. Bis heute wird er gegangen, hält an, weil so viele mit brennenden Herzen unterwegs sind, mal in die eine und mal in die andere Richtung.

Dieses Wunder, das uns alle wieder ins Leben hinein führt, das brauchen wir auch heute, genau in diesen Tagen von Ostern 2020, jeder Einzelne, unsere gesamte Gesellschaft, die Menschen in so vielen Ländern. Zurück in eine Normalität, die keine Rücksicht auf Verluste genommen hat, wird keine Option sein. Das spürt jeder. Eigentlich weiß das jeder.

Genauso „eigentlich“ kennen wir alle die Alternative zu dem „alten“, so destruktiven Leben, dem Weg, der sich in diesen Tagen als so fatal erweist. Unser aller neuer Weg muss ein Weg von Freundschaft und Frieden, von wahrhafter, wirklicher Freiheit und Gerechtigkeit sein, für jeden und für alle, ein Miteinander in allem, was wir sind, können und haben. Dafür sollte, müsste unser Herz brennen. Und das ist nichts anderes wie der Weg der Emmaus-Jünger, der Weg des Wunders der Auferstehung aus aller Not und Bedrängnis. So schaffen wir das als Freunde und Freundinnen, genauso! So ist Jesus bei uns, sehr lebendig!     

(BM 09.04.2020)