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Junge Kirche: Alpha und Omega – Anfang und Ende

Heute will ich zwei Freunde von Jesus begleiten (Lk 24,13-24, 28-31). Sie waren auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Jesus war gestorben, grausam gekreuzigt worden. Jetzt war er weg. Nicht mehr da.

Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, gesellte sich ein Wanderer zu ihnen. „Geht ihr nach Emmaus?“, fragte er.
„Ja, du kannst gerne mit uns zusammen dort hingehen“, antworteten sie.
„Das mache ich gerne.“ Nun waren sie zu dritt auf ihrem Weg. Der Wanderer fragte sie: „Was sind das für Dinge, über die ihr da redet?“
Da blieben die zwei Freunde traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – meinte traurig: „Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?“
Der Fremde fragte: „Was denn?“
„Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Und er war unser Freund. Aber er wurde verurteilt und ans Kreuz geschlagen. Wir hatten gehofft, dass er der Erlöser sei. Aber da haben wir uns wohl getäuscht. Heute ist schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, aber da war sein Leichnam weg. Sie erzählten, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.“ Traurig schüttelte Kleopas den Kopf.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Als der fremde Wanderer weitergehen wollte, luden sie ihn ein, zu bleiben.

Und dann geschah es, als er mit ihnen am Tisch saß.
Der Fremde nahm das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.

„Das kann doch nicht …!“
„Wie kann das sein?!“

Plötzlich erkannten sie den Wanderer. Wer es wohl war?

 

Obwohl er die ganze Zeit mit ihnen gegangen war, erkannten sie ihn nicht. Den ganzen Weg war er an ihrer Seite. Er war da!

Ob das auch bei uns so ist?

Vielleicht geht Jesus auch den ganzen Weg mit uns. Ist da. Unser ganzes Leben lang. Den ganzen langen Weg.
Aber wir erkennen ihn einfach nicht. Gehen nur mit gesenktem Kopf stur den Weg entlang. Ohne Seitenblick, ohne inne zu halten.

Die Jünger erkennen Jesus erst, als er das Brot bricht. Sie erkennen ihn in einem seiner Zeichen. Einer seiner Spuren.

Ob das auch bei uns so ist?

Ich denke an meine bisherige Suche zurück. An all die Spuren, die ich bereits gefunden habe …

Die Ostertage neigen sich dem Ende zu. Langsam kehre ich in meinen Alltag zurück. Aber es hat sich etwas verändert.

In der Osternacht, da konnte ich es spüren: Er ist wirklich da! Es lohnt sich!

 

Noch eines möchte ich euch mit auf den Weg geben:

Erinnert ihr euch noch an das Mosaik auf dem Stein-Hügel in der Fußgängerzone?
Dort, wo ich meine Suche begonnen habe.
Eigentlich sind es nur viele kleine, einfache Steine. Aber zusammen ergeben sie ein Bild.
So wie eure Blume nun ein Teil der Wiese ist. Sie gehören zusammen. Ein Teil des großen Ganzen. Gemeinschaft. In Gott.

Das Mosaik – das erste Zeichen auf meiner Suche.
Die Blumenwiese – das letzte Zeichen auf meiner Suche.

Alpha und Omega. Anfang und Ende. Ein weiteres Zeichen?

 

Meine Suche nach Gott ist noch lange nicht zu Ende. Ich hoffe, auch ihr werdet immer wieder die kleinen und großen Spuren finden und ihm weiter nachspüren.

Ich bleibe zu erreichen per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de.

Vielen Dank für eure wunderbaren Ideen!

Ohne euch wäre ich nicht so weit gekommen!

Junge Kirche: Ein Teil des großen Ganzen

Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist (Mk 13, 33).

Über Nacht wurde die Einöde zur blühenden Wiese. Wie konnte das passieren?

Es ist ein Geheimnis. Das Ostergeheimnis.

Aus Tod wird Leben.

 

Habt ihr eure Blume entdeckt?

Eure Blume ist jetzt Teil der Wiese.

Ein Teil des großen Ganzen.

 

Ich verweile noch ein bisschen hier in der summenden Vielfalt. Und spüre dem nach, was geschehen ist. Versuche es zu greifen. Ich blicke zum Kreuz hoch und denke: „Wenn ich mich umschaue und sehe, wie aus dem toten Stein die blühende Wiese wurde, dann kann es nicht anders sein: Du bist wirklich auferstanden!“

Junge Kirche: Heute steht alles still

Auch heute könnt ihr mir noch eine Blume schicken!
Gemeinsam gegen Trostlosigkeit!

Per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de.

 

Heute ist der Tag „dazwischen“.

Morgen ist Ostern. Heute ist … ?

Eben der Tag „dazwischen“.

 

Heute steht alles still. Jesus ist tot. Die Welt hält den Atem an.

Was passiert jetzt?

Kann dies ein Neuanfang sein?

 

Bald wird alles ein Ende haben. – Und dann beginnen wir wieder von vorn.

Genauso wie vorher? Die einen sagen: Ja, jetzt kann ich wieder weiter machen. Termine, Termine, Termine. Weiter machen. In Null Komma Nichts ist der Kalender wieder voll. Klar, das ist schön, man kann wieder Freunde treffen, man kann wieder zum Sport, ins Restaurant … alles geht wieder. Damit ist alles wieder wie vorher.

Bald wird alles ein Ende haben. – Und dann beginnen wir wieder von vorn.

Die einen sagen: Genau so wie vorher!

Ich frage: Vielleicht anders?

Vielleicht mit tiefer Gelassenheit. Vielleicht mit diesem Gefühl der Entschleunigung. Mit einer inneren Ruhe.

Angekommen. Bei mir selbst.

 

Ich lausche mit gespitzten Ohren. Ich sehe mit offenen Augen. Ich fühle die Welt um mich herum. Ich bin weiter auf der Suche.

Dann spüre ich auch das, was eigentlich immer schon da war. Dann sehe ich seine Spuren auf unseren Menschenstraßen. Dann bin ich ganz nah bei dem, der gestorben ist.

Für die Menschheit. Das heißt: Auch für mich.

(Danke an denjenigen, der mir dieses Foto geschickt hat!)

 

Geopfert für die Menschheit.

Damit ich es erleben darf. Damit ich sehe: Es ist nicht vorbei.

Es ist nicht zu Ende. Kann es ein Neuanfang sein?

 

Die Welt steht still.

Ich warte.

Ich suche.

Ich bin da. Du auch?

Junge Kirche: Schick mir eine Blume!

Heute habe ich nicht so viele Worte für euch, sondern nur ein Bild.

Meinen Karfreitag werde ich dort oben verbringen. Inmitten all der Einsamkeit und Trostlosigkeit.

Ist hier wirklich alles tot?

Schick mir eine Blume …

… als Foto an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de.

 

Der Tod Jesu: Mt 27,45–50

Von der sechsten Stunde an war Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija.
Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab Jesus zu trinken.
Die anderen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft.

Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus.

Junge Kirche: „Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen“

Das Abendmahl. Ein letztes Mal essen Jesus und seine Jünger zusammen. Jesus weiß, dass es das letzte Mal ist. Aber wissen seine Freunde das auch? Jesus macht mehrfach Ankündigungen von dem, was ihm bevorsteht. Aber hören die Jünger ihm zu? Verstehen sie ihn?

So ist das mit Freunden. Manchmal bedrückt sie etwas – aber wir hören nicht zu. Wir merken es nicht. Wir denken, das legt sich schon wieder.

Und dann der Verräter unter ihnen. Mitten unter ihnen. Versteckt und unerkannt. Aber Jesus weiß auch um ihn.

Warum lässt er das alles zu, wenn er es doch jetzt schon weiß? Das habe ich mich schon öfter gefragt und kann darüber nur immer wieder staunen.

Wie mutig. Wie entschlossen. Wie selbstlos.

So will ich auch sein. Ob ich das jemals schaffen werde?
Heute morgen habe ich gelesen: „Ich wünsche dir, dass du immer ganz fest an dich selbst glaubst.“
Wie passend ist dieser Spruch für den heutigen Tag. An mich selbst glauben. Auf mich vertrauen.

Das ist nicht einfach, wenn ich doch weiß, wie feige, wie wankelmütig, wie egoistisch ich doch bin. So gar nicht wie Jesus.

Würde ich so wie Petrus meinen Freunden mein Leben anvertrauen? Kann ich jemandem so sehr vertrauen?

Bedingungsloses Vertrauen – wie der Säugling zur Mutter. Ein Urvertrauen, geprägt durch die Kindheit.

Jemand von euch hat mich heute gefragt, ob man auch im Erwachsenen-Alter noch Urvertrauen findet?
Bei den Eltern? Bei den Geschwistern? Bei den Freunden?

Bei Gott?
Jesus tut das. Er ist verzweifelt, er hat große Angst, denn er weiß, was kommen wird. Aber er nimmt es an. Er vertraut.

Vertrauen auch wir.

Eine große Aufgabe.

 

Heute will ich nicht vorwegnehmen, was morgen passieren wird. Morgen ist ein „stiller Feiertag“. Es ist Karfreitag.

Ich packe meine Bibel in meinen Rucksack. Es ist Zeit, weiter zu gehen. Meine Suche fortzusetzen.
Wohin gehe ich? Wie werde ich meinen Karfreitag verbringen?

 

Ich bin per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de zu erreichen.

Junge Kirche: Ein richtiger Krimi

Spurensuche – Tag 5.

Ich ziehe eine Zwischenbilanz: Bin ich weiter gekommen auf meiner Suche? Habe ich Gott gefunden? Bin ich jetzt fertig? Kann ich jetzt aufhören, jeden Tag von mir zu erzählen und durch die Straßen zu laufen und mir so viele Gedanken zu machen?

Mit euch zusammen habe ich viele Zeichen gefunden und Gottes Spuren in der Welt gesehen.

Heute habe ich mich faul auf die Wiese gelegt. Wollte mal eine Pause haben von meiner ständigen Suche. Mal eine Auszeit nehmen.
Einen Tag ohne Gott. Geht das?

Ich liege auf der Wiese. Und es erreicht mich eine Nachricht von einem von euch. Na toll, denke ich, und überfliege schnell den Text – das kann ich doch noch später … oh, was ist das denn?

Jemand schrieb mir Folgendes:
„Ich fühle die Sonne auf meiner Haut. Nach den langen dunklen Wintermonaten und dem stürmischen Jahresanfang genieße ich ihre Wärme und Intensität. Ob Gott mir vielleicht jetzt in dieser Zeit des Abstands durch seine Sonne die Wärme geben will, die ich zum Leben brauche?
Und da ist noch der Wind, ja der Wind, aktuell kein Sturm, Orkan oder sonst Angst Einflößendes. Der Wind pustet mir die Haare ins Gesicht, lässt die Bäume rauschen. Er vertreibt den Gedanken daran, was wir aktuell alles nicht tun dürfen und können und macht den Kopf frei. Vielleicht ist auch er ein Zeichen von Gott, er hilft uns positiv zu bleiben, negative Gedanken beiseite zu schieben. Der Wind trägt unsere Sorgen davon, sie lösen sich im Wind auf.“

Und dann liege ich auf der Wiese und fühle es. Genau das.

Ich brauchte nur jemanden, der es mir zeigt. Der mich darauf aufmerksam macht. So ist es auch mit Gott. Es gibt Menschen, die zeigen uns, dass Gott da ist. Sie erzählen uns von ihm. Sie sorgen dafür, dass wir ihn besser kennenlernen.

Einer dieser Menschen, die uns von ihm erzählen, ist von Gott selbst dazu geschickt worden. Es ist sein eigener Sohn.

Er ist zu uns gekommen, um uns von Gott zu erzählen. Wer sollte Gott besser kennen als sein eigener Sohn?
Dieser Sohn war selbst ein Mensch – genauso wie wir. Wer sollte ihn also besser verstehen können als wir Menschen?

Ja, es ist seltsam und schwer zu verstehen. Gerne hätte ich diesem Menschen zugehört. Hätte er mich begeistert? Hätte ich sofort verstanden, was er meint?

Ich will in den nächsten Tagen Jesus besser kennen lernen. Denn Jesus kann mir von Gott erzählen – und das aus erster Hand. Er ist ja schließlich sein Sohn.

Morgen ist Gründonnerstag, Jesus lädt ein zum Essen. Zum Abendmahl.

Wir dürfen gerade unsere Freunde nicht treffen. Aber davon zu erfahren, wie Jesus es getan hat, ist erlaubt. Das ist so, als würde ich mir einen guten Blockbuster anschauen. Dann kann ich auch Fliegen oder Zaubern.

Ich liege also faul auf der Wiese – und lese ein gutes Buch. Ein dickes Buch. Ich liebe dicke Bücher. Der Titel: Die Bibel.

 

Ich schreibe euch heute schon, was ich morgen lesen werde. Und ich stelle euch wie immer ein paar Fragen.

PASSION UND ERWECKUNG JESU: 26,1–28,20

Der Todesbeschluss des Hohen Rates: 26,1–2

Und es geschah, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Paschafest ist; da wird der Menschensohn ausgeliefert, um gekreuzigt zu werden.

Eine düstere Ankündigung. Hättet ihr Jesus geglaubt, wenn er das zu euch gesagt hätte?

Die Vereinbarung des Judas mit den Hohepriestern: 26,14–16

Darauf ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohepriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie boten ihm dreißig Silberstücke.

Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.

Der Verräter ist mitten unter Jesus und den Jüngern. Das ist ja ein richtiger Krimi. Hättet ihr gedacht, dass das so spannend werden würde?

Das Mahl: 26,20–23,26–28

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern.

Da wurden sie sehr traurig und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?

Er antwortete: Der die Hand mit mir in die Schüssel eintunkt, wird mich ausliefern.

Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Die Ankündigung der Verleugnung: 26,30,33–35

Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.

Petrus erwiderte ihm: Und wenn alle an dir Anstoß nehmen – ich werde niemals an dir Anstoß nehmen!

Jesus sagte zu ihm: Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

Da sagte Petrus zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen. Das Gleiche sagten auch alle Jünger.

Was für ein Vertrauen. Gibt es jemanden, dem ihr auch so vertraut? Wem? Vertraut ihr auch Gott?

Vielleicht hilft euch dabei dieses Gebet, das mir gestern jemand geschickt hat:
„Herr, bei dir bin ich sicher; wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten. Ich weiß wenig von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich. Gib, was gut ist für mich. Nimm, was mir schaden kann.“
(John Henry Kardinal Newman)

 

Ich bin per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de zu erreichen.

Junge Kirche: “Frühling lässt sein blaues Band”

Ist es nicht wunderbar, wie die Natur wieder zu wachsen beginnt? Immer wieder neu zu leben beginnt.

Die Natur – Gottes Schöpfung. Es ist doch oft so, dass ein Werk etwas von seinem Urheber, von seinem Schöpfer „mitbekommt” und seinen eigenen „Touch” hat. Hat dann nicht auch die Natur einen „Touch“ von Gott?

Viele von euch finden hier jede Menge seiner Spuren.

„Haben wir den Vogelgesang auch vor Corona so deutlich wahrgenommen? Kann man Gottes Schöpfung nun auch besser hören? Weniger Gespräche, weniger Autolärm, keine Flugzeuge, den anderen Geräuschen einmal Raum lassen! … Muss ja nicht für immer sein!“

Nein, für immer sollte es nicht sein. Denn „social distancing“ ist sicher kein dauerhafter Zustand. Aber wenn wir dann wieder unseren „Normalzustand“ haben, dann sollten wir nicht vergessen, was wir alle jetzt gerade so viel intensiver wahrnehmen.

Das Kleine und Unscheinbare.
„Seit heute morgen wohnt eine Wildbiene mit auf meinem Balkon. Ein kleines Loch in der Wand wurde zu ihrem Zuhause. Und während ich entspannt in der Sonne sitze und ein gutes Buch verschlinge, ist die Biene tüchtig und fliegt rein und raus. So bin ich nicht alleine und habe nun eine kurzfristige Mitbewohnerin.“

Das Zeichen des Bundes mit Gott.
„Häufig sieht man jetzt einen gemalten Regenbogen in den Fenstern oder auf einem Betttuch vor dem Haus.“
„Als ich die ganzen Regenbögen auf den Fenstern oder mit Kreide auf dem Boden gemalt gesehen habe, habe ich gespürt, dass man nicht alleine ist. Auch wenn man keine Freunde treffen kann und es fast schon so scheint, als wäre man von der Welt ganz schön abgeschnitten. Solche Aktionen bringen einem besonders in diesen Zeiten ein Lächeln aufs Gesicht!“

Das Zeichen der Liebe.
„Beim Spazierengehen im Feld habe ich dieses Herz am Zaun hängend gefunden. Vielleicht ist es auch ein Zeichen von Gott. Unser Herz soll zu uns sprechen.“

Mir sind auch die vielen Kreuze am Wegesrand aufgefallen.
Ein Denkmal. Ein Wegekreuz. Eine Kapelle.
Das Kreuz ist ein ganz besonderes Symbol, gerade jetzt in der Karwoche.
Ein Kreuz am Straßenrand. Kerzen und Blumen davor.
Das bedrückt mich immer, denn hier ist jemand gestorben. Das Kreuz bedeutet Tod.

Ein Gedanke, der mich wie aus dem Nichts anspringt und inmitten all der sprießenden Triebe und Knospen sehr nachdenklich macht.
Wie kann das zusammen passen? Gibt Gott mir hierzu eine Antwort?

Das ist etwas, für das ich noch Zeit brauche. Vielleicht werde ich es irgendwann einmal verstehen.
Es ist ein wichtiger Grund, warum man immer weiter suchen sollte. Nie aufzuhören, nach Gott zu suchen! Egal wie weit weg er zu sein scheint. Das hat auch jemanden von euch beschäftigt und mir dazu Folgendes geschrieben:

„Siehst du auch die Menschen beim Einkauf? Eine Verkäuferin rief laut: ‚Jetzt alle Kunden auf die linke Seite!‘ Hektisch springt Jung und Alt in Nanosekunden zur Seite. Wir gehorchen. Es geht um unsere Gesundheit. Jeder hat Verständnis. Wir bleiben auf Distanz. Springen wir auch sofort, wenn Gott etwas von uns möchte? Kann man das auch so gut sehen, wie den deutlichen Abstand zwischen den Menschen? Zwei Meter können wir begreifen … doch wie weit empfinden wir oft den Abstand zwischen uns und Gott?“

Eines, was mir hierzu spontan einfällt, ist das:

Gott ist nicht so schwierig, wie ich gerade meine. Er ist auch nicht so weit weg, wie ich meine.
Er will verstanden werden. Und er will da sein.
Er will gefunden werden. Und wenn ich gerade schwierige Fragen stelle, dann seid ihr es, die einfache Antworten geben könnt. Eure Ideen bringen mich auf Wege, die ich vorher nie eingeschlagen hätte. So komme ich weiter. Und wir alle kommen weiter.

Ich habe der Welt einen Tag lang zugehört, gestern habe ich sie mit offenen Augen betrachtet. Heute will ich sie fühlen. Ganz und gar und vollkommen.
Womit fühle ich? Was fühle ich?

 

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Junge Kirche: Aufmerksamkeit dem Kleinen und Unscheinbaren

Gestern habe ich den ersten richtigen Frühlingstag ganz dem Hören gewidmet. Meine Ohren klingeln noch immer – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit jeder weiteren Stunde begleiteten mich die Glocken der Kirche, die die Zeit angesagt haben.

Und dann plötzlich – es war exakt 18:30 Uhr – läuteten sie eine ganze Zeit lang … auch heute werden die Glocken wieder um 18:30 Uhr läuten. Nehmt euch die Zeit und lauscht auf den Klang. Wenn alle lauschen, dann hat das etwas Verbindendes. Kann es sein, dass ich in dem Glockenläuten eine Spur von Gott gefunden habe?

Ich habe gestern auch den Wind gehört. Es raschelten die trockenen Blätter aus dem vergangenen Herbst. So als würde dort jemand Unsichtbares entlang gehen …

Einige von euch haben mir berichtet, dass man nun Geräusche hört, die man sonst nicht wahrnimmt. (Ich erlaube mir an dieser Stelle ein paar Zitate – natürlich anonym! Bessere Worte hätte ich nicht finden können …)

Das Zwitschern der Vögel.
„Viele Vögel sind aus dem Süden zurückgekehrt, leben jetzt wieder hier – mitten unter uns und erfreuen uns mit ihrem Gesang. Wie viele verschiedene Höhen und Tiefen die Stimmen doch haben – manche laut, manche ganz leise und nur in der Ferne zu hören.“

Musik aus einem Fenster.
„Es ist freudige Musik, ein bisschen Bass ist dabei. Ich überlege, wie es den Leuten wohl geht, die die Musik gerade hören. Ob sie sie zum Aufheitern brauchen, ob sie mit ihren Kindern wie wild durchs Wohnzimmer tanzen oder einfach da sitzen und die Sonne genießen?“

Den Wind in den Bäumen.
„Ich spüre die warme Luft, die ankündigt, dass es wieder Frühjahr wird. Ein schöner Tag!“

Ihr werdet merken, dass das alles Dinge sind, die eigentlich immer da sind. Aber doch hört man sie so oft nicht.
Ob es so auch mit Gott ist?

Wer aufmerksamer ist, der bekommt auch mehr mit von seiner Umwelt. So höre ich vielleicht auch Gott, wenn er da ist und ich ihn nur unterbewusst ausblende. Weil ich gerade nicht die Zeit habe, einfach mal zuzuhören. Nehmt euch selbst doch einmal zurück und schenkt dem Aufmerksamkeit, was klein und unscheinbar ist und trotzdem eine Daseinsberechtigung hat.

Im aufmerksamen Hören habe ich vielleicht schon mehr Spuren Gottes entdeckt als ich ahne …

Jemand von euch hat mir vorgeschlagen, dass es ja genauso auch mit den Augen klappen könnte! Da gibt es Zeichen in den Fenstern und auf den Bürgersteigen, die uns zeigen, dass wir nicht alleine sind.
Habt ihr auch schon solche Zeichen gesehen? Welche?

Mit offenen Augen durch die Welt gehen – das soll heute mein Ziel sein.
Was werde ich entdecken?

 

Ich bin per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de zu erreichen.

 

P.S.:

Noch etwas, auf das ich gestern aufmerksam gemacht wurde: Ist euch schon mal aufgefallen, dass die flache Seite des Stein-Hügels vor dem Eiscafé aus vielen kleinen Steinchen besteht, die ein schönes Mosaik bilden?
Eigentlich sind es nur viele kleine, einfache Steine. Aber zusammen ergeben sie ein Bild. Sie gehören zusammen.
Eine weitere Spur von Gott?

„Vielleicht ist das auch ein Bild für Gott, denn er hat uns geschaffen und zu einer Gemeinschaft zusammengefügt.“

Schaut es euch auf dem Foto an. Und wenn ihr demnächst daran vorbeikommt, dann denkt ihr daran.

Junge Kirche: Ein denkwürdiger Palmsonntag

Gestern habe ich mich auf den Weg gemacht. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag. Auch heute verspricht ein solcher Tag zu werden.

Da lässt es sich in der Fußgängerzone gut aushalten. Auch wenn hier fast gar nichts los ist. Aber das ist für mich Grund genug, noch ein bisschen hier zu bleiben …

Gestern war ja doch ganz schön anstrengend. So viele neue Gedanken in meinem Kopf. Dinge, über die ich so noch nie richtig intensiv nachgedacht habe.

Jemand von euch hat mir gestern geschrieben, dass es heute ein sehr denkwürdiger Palmsonntag werden wird. Wie er das wohl gemeint hat?
Was meint ihr dazu?

 

Weil es so viele schwierige Fragen gibt, und das Antworten nicht leicht fällt, habe ich mir Folgendes überlegt:

Ich will es einfach halten. Das bringt mich Stück für Stück an mein Ziel. Das alles zu begreifen – gerade jetzt in der Karwoche – ist sehr schwierig.

Ich kann es ja selbst kaum. Daher will ich diesen denkwürdigen Palmsonntag hier in der Fußgängerzone verbringen. Alle Geschäfte haben geschlossen und die Straßen sind menschenleer. Es ist so still ohne den alltäglichen Trubel.

Ich klettere auf einen der Stein-Hügel, setze mich hin und atme tief aus. Versuche, an rein gar nichts zu denken. Mal den Kopf leer bekommen. Ich schließe die Augen. Lasse die Sonne auf mein Gesicht scheinen. Und lausche in die leise Welt.

Kopf frei kriegen. Nur auf das konzentrieren, was ich höre. Alle anderen Sinne ausblenden.

Das ist es, was ich jetzt brauche.
Was höre ich?

Was höre ich? – Stellt euch vor, ihr würdet hier sitzen so wie ich. In der Fußgängerzone. In irgendeiner Fußgängerzone.
Was hört ihr?

Jetzt, wo die Welt leiser geworden ist.
Was hört ihr hier mehr als sonst?

 

Ich bin per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de zu erreichen.

 

Teilt eure Gedanken mit mir! Ich behalte sie für mich, wenn ihr nicht wollt, dass sie jemand anderes liest. Ich verrate auch nicht eure Namen – ich habe ja selbst keinen!

Ich nehme mir heute die Zeit – und sitze und lausche und warte …

Junge Kirche: Ich bin auf der Suche – und brauche eure Hilfe!

Heute ist Samstag.
Heute beginne ich meine Suche nach Gott.

Warum gerade heute?
Warum nicht – sage ich. Es ist immer der richtige Augenblick, um nach Gott zu fragen. Erst Recht in diesen Zeiten.

Deshalb ein wichtiger Hinweis:
Meine Suche findet ausschließlich online statt. Ich möchte, dass ihr zuhause bleibt und euch in Gedanken mit mir auf den Weg macht – es ist niemandem geholfen, wenn wir uns nicht an die Regeln halten!

Heute beginne ich meine Suche nach Gott. Wie fange ich an? Wo fange ich an?

Ich habe mich mal so vorbereitet, als würde ich einen kleinen Ausflug machen: festes Schuhwerk, Regenjacke, Sonnenbrille, Rucksack.
In meinem Rucksack: Proviant für unterwegs, etwas Geld, meine Kamera.

Ich befinde mich gerade hier:

Die Stadt ist menschenleer und alle sind zuhause. Ganz untypisch für einen Samstag. Ein seltsames Gefühl. Das habt ihr bestimmt in den letzten Wochen auch selbst erlebt. 
Was hat das mit euch gemacht? Wie habt ihr euch gefühlt dabei?
Teilt mir eure Gedanken mit – es tut gut, wenn man sich austauscht und nicht ganz alleine ist.

Wie fange ich meine Suche nach Gott am besten an? Ich lasse meinen Blick schweifen und wandere durch die verlassenen Straßen.

Ein bisschen ratlos bin ich ja schon. Es ist so schwer, etwas zu finden, wenn man nicht weiß, wie man es angehen soll. Wie kann ich etwas finden, wenn ich gar nicht weiß, wie es aussieht? Nur eine grobe Ahnung und eine vage Vermutung, wo es sein könnte?
Habt ihr das schon mal erlebt?
Ihr könnt auch diese Erlebnisse mit mir teilen. Ihr könnt selbst entscheiden, ob ich das dann auch weitergeben darf und an wen.

Was meine Suche angeht – da bin ich auf eure Hilfe angewiesen.

Wo kann ich nach Gott suchen? Teilt mir eure Ideen mit und ich plane meinen weiteren Weg.

Was brauche ich dafür? In meinem Rucksack ist noch Platz für Ideen.

 

Ich bin per E-Mail an junge.kirche@stclemens-kaldenkirchen.de zu erreichen.

 

Erzählt auch euren Freunden, Verwandten und Bekannten von mir. Je mehr mir auf meiner Suche helfen, desto ertragreicher wird sie sein! Macht mit und meldet euch bei mir!

Noch einmal: Ihr entscheidet selbst, was ihr mir mitteilen wollt und an wen ich es weitergeben darf. Nur bitte bleibt zuhause! Ich bin unterwegs für euch und ihr könnt mit meinen Augen sehen – und meine Hände und Füße sein.

Ich freue mich auf eure Ideen!