Neunter Rundbrief aus Bolivien

Neunter Rundbrief aus Bolivien

¡Feliz Cumpleaños FASSIV!

Hallo ihr Lieben!

Mittlerweile sind jetzt schon mehr als 8 Monate meines MaZ-Jahres rum und auch Ostern liegt schon wieder einige Wochen hinter uns. In der Zwischenzeit ist aber wieder Einiges passiert (besonders im FASSIV), von dem ich euch berichten möchte:

In den letzten Wochen ging es in der Fundación Ayuda Social San Ignacio de Velasco (FASSIV), in der ich nach wie vor meine Nachmittage verbringe, drunter und drüber. Es gab viele Besonderheiten und Feiertage zu zelebrieren und zu feiern.

Bolivien36Im März begannen die außergewöhnlichen Tage mit dem Tag der Inklusion und dem Tag des Down Syndroms. An beiden Tagen verbrachten wir die Nachmittage statt im Klassenraum mit allen Kindern auf der großen Plaza in der Stadtmitte.

Am Tag der Inklusion beteiligten sich dabei sogar die Schulen und Kindergärten, die von Kindern oder Jugendlichen mit Behinderung besucht werden. Fast jede Klasse oder Schule hatte dazu große Plakate oder Schilder gebastelt, auf denen Aufrufe zu mehr Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Bildungssystem zu sehen waren.

Bolivien37Gemeinsam wurde dann ein bisschen getanzt oder der Orchestermusik gelauscht und vor allem jede Menge Krach veranstaltet.

Bolivien38Am Tag des Down Syndroms standen natürlich die Kinder mit dieser Behinderung beziehungsweise diese Behinderung generell im Mittelpunkt. Die Lehrerinnen hatten dazu einige Plakate vorbereitet, um allen Passanten (manchen ein bisschen widerwillig) die Entstehung und den Umgang mit Menschen mit dieser Behinderung näher zu bringen. Ganz besonders berührt hat mich dabei ein Kurzfilm, der sich an werdende Mamas, die für ihr Kind die Diagnose Down Syndrom bekommen haben, richtet und in dem Kinder und Jugendliche mit dieser Behinderung erzählen, wieviel sie trotz ihrer Behinderung schaffen und können und wie glücklich sie sind.

Als nächstes war dann am 12. März der Día del niño, also der Kindertag. Der wird hier natürlich, wie jeder Feiertag, groß zelebriert.

Am Montag gab es deshalb schon eine fassivinterne Feier mit allen Schülern und Eltern. Dabei ging es natürlich um die Kinder an sich, die (wie es sich an so einem Feiertag gehört) ein bisschen verwöhnt wurden. Im Mittelpunkt standen aber auch ganz besonders die UNICEF Kinderrechte, die (außer den USA) alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen anerkannt haben und sich damit völkerrechtlich dazu verpflichten, für das Wohlergehen ihrer Kinder zu sorgen.

Diese Kinderrechte wurden in 10 Grundrechten festgehalten, die beispielsweise das Recht auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit, das Recht auf Gesundheit, Bildung und Freizeit, das Recht, sich zu informieren, mitzuteilen und gehört zu werden, das Recht auf gewaltfreie Erziehung und das Recht auf elterliche Fürsorge und Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung und Verfolgung beinhalten und fordern. Darüber gab es sogar ein kleines Lied, zu dem ich gemeinsam mit den Lehrerinnen einen kleinen Tanz einstudiert habe, der natürlich dann auch präsentiert wurde. Zu guter Letzt gab es dann noch für jedes Kind eine Canasta. Das kann man vielleicht ein bisschen mit der Martinstüte bei uns vergleichen. Eine Woche vorher basteln die Lehrerinnen einen Behälter und im Laufe der Woche bringt jedes Elternteil eine Süßigkeit in Kursstärke mit, sodass für jedes Kind eine Tüte mit den verschiedensten Süßigkeiten, die natürlich schon auf dem Nachhauseweg verschlungen werden, und einem Spielzeug zusammenkommt.

Bolivien39Am nächsten Tag ging es dann mit allen anderen Grundschulen auf die Plaza zur großen Feier. Mit viel Musik und einem kleinen Umzug wurde gemeinsam mit Mickey Maus, Donald Duck und Co. Gesungen, über die Kinderrechte geredet ,getanzt und gelacht. Zur Feier des Tages gab es natürlich auch noch einmal eine kleine Canasta, diesmal von der Stadt und für alle Kinder, die da waren.

In dieser Woche wurde dann der 27. Geburtstag des FASSIVs gefeiert. Am Montag begann diese spezielle Woche mit einer Sensibilisation der Eltern. Wie schon im letzten Jahr kamen die Eltern, um in kleinen Spielen gegen die Lehrerinnen anzutreten. Dabei gab es zum Beispiel ein Schubkarrenrennen, Eierlaufen, Sackhüpfen und Apfelwettessen. Entgegen aller Erwatungen gewannen dieses Mal aber die Lehrerinnen mit riesigem Vorspung.

Am Dienstag ging es weiter mit einer Sensibilisation der Kindergärten und deren Lehrer/innen. Es wurden diverse Kindergärten eingeladen, um gemeinsam mit den FASSIV-Kindern im Park zu spielen und unter den Lehrern wurde über Inklusion in der Schule und in Kindergärten geredet und diskutiert.

Am nächsten Tag ging es dann mit allen Kindern zum Friedhof von San Ignacio, um der Gründerin des FASSIVs zu gedenken, die von allen liebevoll Mutti (auf Deutsch) genannt wird und deren Geist und Liebe zu ihrer Arbeit hier immer noch eine große Rolle spielt.

Bolivien40Donnerstag gab es dann den ganzen Tag die große Fiesta. Morgens fand dabei der offizielle Teil statt, mit hochkarätigen Gästen, bei dem ich aber leider nicht dabei sein konnte. Nachmittags hingegen wurde dann mit vielen verschiedenen Tänzen so richtig gefeiert.

Nach einer Woche feiern und vielen Terminen gab es dann am Freitag schulfrei für alle Kurse, um sich von den ganzen Strapazen zu erholen und am Montag wieder frisch in den Schulalltag einzusteigen.

Bolivien41Damit verabschiede ich mich dann auch wieder. Euch allen wünsche ich jetzt ein schönes Wochenende und genießt die ersten richtigen Frühlingstage,

Bis dann,

Eure Julia

Neue Kinder-Bibel

Neue Kinder-Bibel mit tollen Kinderzeichnungen

Spannende Jesus-Geschichten, die uns die Bibel erzählen möchte, mit farbigen Illustrationen von Kindern für Kinder zum Lesen und Vorlesen, gibt es in den Pfarrbüros zum Preis von 9,99 €.

Diese tolle Bibel mit sehr vielen bunten Kinderzeichnungen von Nettetaler Schulkindern ist auch im Buchhandel unter der ISBN-Nr. 978-3-7375-9356-4 von Preis von 12,99 € erhältlich.

Herausgeber: Katholische Kirchengemeinde St. Lambertus Breyell

Achter Rundbrief aus Bolivien

Achter Rundbrief aus Bolivien

Ostern auf bolivianisch

Wie versprochen melde ich mich nach Ostern und allen Feierlichkeiten nochmal, um euch daheim ein wenig zu berichten, wie ich die Karwoche und Ostern hier erlebt habe.

Um das Mal vorweg zu nehmen: hier in Bolivien wird Ostern deutlich ausschweifender und aufwendiger gefeiert als zum Beispiel Weihnachten. Begonnen wurde mit diesen besonderen Feierlichkeiten am Palmsonntag:

Pünktlich zum Messbeginn gab es eine kleine Prozession. Natürlich mit mitgebrachten Palmzweigen. An unserem Ziel angekommen wurden Gebete gesprochen, ein wenig gesungen und eine Lesung gelesen. Danach ging es wieder zurück in die Kirche und weiter mit der normalen Messe.

Als nächstes größeres Osterevent kam dann der Gründonnerstag. Der begann natürlich (wie bei uns auch) mit einer Messe und dem traditionellen Waschen der Füße. Danach ging es dann wieder raus. Diesmal zu einer großen Prozession, an der gefühlt wirklich ganz San Ignacio teilgenommen hat.

Bei diesen Prozessionen, die es in der Karwoche öfter gibt, gibt es hier in San Ignacio vier Stationen, an denen jeweils aufwendig ein Pavillon aufgebaut wurde. Dorthin zieht dann die Menschenmenge – angeführt von lebensgroßen Holzfiguren, die Maria und Jesus darstellen, riesigen (und bestimmt tonnenschweren) Kreuzen und begleitet von Musik und Gebeten.

Die ganze Atmosphäre dabei kann man gar nicht richtig in Worte fassen. Es ist unglaublich beeindruckend und auf eine gewisse Art und Weise unglaublich besinnlich, aber trotzdem aufregend und natürlich im angemessenen Maße bolivianisch-chaotisch.

Das ganze perfektionierte dann gerade am Gründonnerstag das Wetter. Kurz vor der dritten Station fing es nämlich auf einmal und aus heiterem Himmel an, in Strömen zu regnen. Da wird man dann doch nochmal dran erinnert, dass die Regenzeit noch nicht ganz vorbei ist – im Gegensatz zu der Prozession in dem Moment. Mit dem ersten Tropfen teilte sich die Menschenmasse in der Mitte und alle strömten auf die überdachten Bürgersteige und quetschten sich mit möglichst vielen Personen unter die Dächer. Währenddessen rannten die Träger mit ihren Figuren zurück in Richtung Kathedrale, um zu retten, was noch zu retten war.

Nach einiger Zeit beschlossen dann auch schon die ersten, dass der Regen wohl so schnell nicht mehr aufhören würde, womit sie auch Recht behalten sollten. Also ging es für alle früher oder später durch den Regen nach Hause. Die Straßen hatten sich mittlerweile in knietiefe, fast schon reißende Flüsse verwandelt, aber was bleibt einem anderes übrig?

Also ging es ab nach Hause, schnell noch unter die Dusche und dann ab ins Bett. Am Freitag klingelte nämlich schon um 4 Uhr der Wecker.

Am Karfreitag stand dann natürlich der Kreuzweg an. Die Steyler Pfarre hier im Dorf trifft sich dazu um 5 Uhr morgens und geht dann gemeinsam bis zu einer Kapelle, die zwischen San Ignacio und dem Nachbardorf San Miguel liegt. Auf dem Weg stehen dann am Straßenrand große Kreuze, an denen jeweils die Stationen vorgelesen werden. Im Grunde genommen also ein ganz normaler Kreuzweg, nur mit ein bisschen mehr Fußweg, als zu Hause einmal durch die Kirche zu gehen.

An der Kapelle angekommen, entlohnt einen dann aber der wunderbare Ausblick über ganz San Ignacio, da das letzte Stück einen auf einen Hügel hinaufführt. Nach der kurzen Belohnung ging es dann aber auch recht zügig wieder zurück nach Hause und zum Frühstück.

Am Samstag gab es dann natürlich auch noch die Osternacht, die sich aber nicht wirklich von unserer Osternacht zu Hause unterscheidet, bis auf ein kleines Detail: nach der Messe findet ein „Wettrennen“ zwischen einer Jesusfigur und einer Marienfigur statt. Mit dem Ende des Gottesdienstes strömen alle aus der Kathedrale und noch bevor alle aus der Türe raus sind, rennen die beiden Gruppen mit ihren Figuren los. Den genauen Zweck dahinter konnte uns leider keiner so 100%ig erklären, aber für die Interessierten: in diesem Jahr haben in San Ignacio die Frauen mit der Marienfigur gewonnen, nachdem der Jesus nur knapp einem dramatischen Sturz entgangen ist.

Der Sonntag wurde dann eher ruhig verbracht und am Montag hatten die Mädels und Jungs dann auch schon wieder Schule, der Ostermontag ist hier nämlich kein Feiertag. Und damit war dann Ostern auch schon wieder vorbei – und das ohne auch nur ein einziges buntes Ei. Das Eierfärben haben wir nämlich leider vergessen – im nächsten Jahr dann wieder.

So, damit bin ich auch schon wieder am Ende angelangt. Ich hoffe, ihr daheim habt auch alle schöne Ostern mit mehr Ostereiern als wir hatten verbracht und genießt jetzt den Frühlingsanfang und die ersten warmen Tage.

Liebe Grüße aus dem fernen Bolivien,

eure Julia

Messdienerwochenende in Wipperführth 2016 (Leuth)

Leuther Messdiener gehen über die WupperMessdienerwochenendeDie Leuther Messdiener verbrachten vom 04. – 06.03.2016 ein gemeinsames Wochenende in der Sportjugendherberge Wipperfürth im Bergischen Land.

Freitagnachmittag traf man sich auf dem Petershof und ab ging die Fahrt durch Stau, Regen und Schnee ins Bergische Land. Nach einer Anfahrt von bis zu 3 1/2 Stunden, bedingt durch Schnee und quergestellte LKWs, kamen die 29 Messdiener und 3 Betreuer im verschneiten Wipperfürth an. Das gemeinsame Abendessen tat allen gut. Die Zimmer wurden bezogen und anschließend wurde ein Film geschaut.

Am Samstag, dem 05.03., hatten die Messdiener eine große Herausforderung vor sich. Unter Anleitung zweier Teamcoachs verbrachten sie einen kalten Tag im Wald rund um die Jugendherberge. U.a. wurde eine Notbrücke über die Wupper gebaut, die von jedem Einzelnen unter Beifall der Gruppe überquert wurde. Ob „alt“ (bis 16 Jahre) oder „jung“ (ab 10 Jahre), für jeden ein ganz besonderer Moment. Wann geht man schon mal über die Wupper? Um 18.00 besuchten die Messdiener die Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Erst um 19.00 gab es endlich Abendessen. Ein langer Tag, trotzdem wurden danach noch mit viel Freude Gruppenspiele gespielt.

Sonntags nach dem Frühstück mussten die Zimmer geräumt werden. Aber ein Programmpunkt fehlte noch. Der Besuch des nahegelegenen Leo-Walter-Schmitz-Hallenbades. Mit Sprungwettbewerben vom 1 Meter- und 3 Meter- Sprungbrett verbrachten die Messdiener den Vormittag. Nach dem Mittagessen gab es eine kleine Abschlussrunde, bei der sich alle (Messdiener und Betreuer) einig waren, dass es ein tolles Wochenende mit einer tollen Gruppe war. Dann standen schon alle Fahrer bereit, um die Gruppe wieder nach Leuth zu bringen. Diesmal gab es keine Verzögerungen durch Eis und Schnee. Nach 1 1/2 Stunden waren alle wieder zu Hause.

Unser Dank gilt allen Fahrern, die uns mit ihren Privat-PKWs transportiert haben.

Rückblick Jugendgottesdienst am 20.03.2016

Von Psalmen und Palmen

Jugendgottesdienst01Zu Beginn des Gottesdienstes bekam jeder Teilnehmer ein kleines Papier-Bötchen, um seinen Namen darauf zu schreiben … alles Weitere war zu diesem Zeitpunkt noch ein kleines Geheimnis des Teams der Jungen Kirche St. Clemens Kaldenkirchen.

Passend zu Palmsonntag und Jesus’ Einzug in Jerusalem war die Kirche in hellen Farben erleuchtet und der Altar mit Palmen geschmückt. Gesungen wurde zu Gitarren und Keyboard, aber auch Videos und eingespielte Songs kamen nicht zu kurz. Die Stimmung damals in Jerusalem war ausgelassen und erwartungsvoll, als die Menschen Jesus als König zujubelten.

“Wie fühlt es sich an, Teil einer Masse zu sein?”

Die Lesung der Bibelstellen wurde immer wieder durch moderne Texte unterbrochen, in denen es auch darum ging, wie ein Star von der Menge bejubelt wird. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man mit vielen Menschen gemeinsam etwas Bewegendes erlebt!

Aber wie schnell kann so eine friedliche und fröhliche Stimmung umschlagen?

Das erfuhren auch die ca. 60 Jugendlichen und Junggebliebenen am Sonntagabend, denn plötzlich wurde das auf die große Leinwand geworfene Bild einer jubelnden Menge immer unschärfer und die Musik dunkel und unheilvoll. Dann ging das Licht aus.

“Jesus ist inzwischen verraten und verhaftet worden und wird zur Verhandlung vor Pilatus geführt.”

JungeKirche_kleinNur im Kerzenschein hörten die Besucher unseres Gottesdienstes die Bibelstelle der Verhandlung vor Pilatus und den Hohenpriestern, die die Menge aufwiegelten, Jesus kreuzigen zu lassen. Auch unser “moderner” Star geriet in die Kritik. Seine Follower wendeten sich von ihm ab.

Jetzt wurde der Altarraum in dunklen Blau- und Violetttönen angestrahlt und als Fürbitten einige Psalmen vorgetragen.

Der Gottesdienst endete mit Zitaten berühmter Leute, die uns den Ratschlag erteilen, wir selbst zu bleiben und uns nicht beeinflussen zu lassen. Dabei ist Gott immer bei uns und hilft uns, zu erkennen, wenn sich eine positive Stimmung zum Schlechten wendet.

Und dann offenbarte sich auch, was aus unseren kleinen Papier-Bötchen werden sollte …

Palme

Siebter Rundbrief aus Bolivien

Siebter Rundbrief aus Bolivien

Home is where your heart is!

Hallo ihr Lieben,

wie viele von euch schon bemerkt haben, ist seit meinem letzten Rundbrief schon einige Zeit vergangen. Weihnachten, die großen Ferien mit meiner Reise, der Anfang des neuen Schuljahres und bolivianischer Karneval liegen jetzt schon hinter mir.

Erstmal noch ein paar kurze Worte zu Weihnachten (auch wenn man so Mitte März gerade alles andere als Weihnachten im Kopf hat): Eigentlich war es gar nicht so anders als bei uns daheim. Es wird viel gegessen, man geht in die Messe, es gibt kleine Geschenke …

Das einzige, was wirklich anders ist, ist, dass man in kurzer Hose und T-Shirt feiern kann. Auch wenn das dieses Jahr zwar eine coole Erfahrung war, muss ich mir da aber doch eingestehen, dass ich mich nächstes Jahr dann doch wieder darauf freue, mir die frierenden Finger auf dem Weihnachtsmarkt an der Kakaotasse zu wärmen.

Bolivien26Am zweiten Weihnachtstag ging es dann endlich los auf die heiß ersehnte Reise. Unsere drei Wochen lange Route führte uns dabei schon ein Stück durch Bolivien, mit Stopp beim Zwischenseminar und danach bis zu den bekannten Iguazu Wasserfällen im Dreiländereck von Paraguay, Argentinien und Brasilien.

Bolivien27Begonnen haben wir unsere Reise in Cochabamba und Sucre, zwei der Großstädte Boliviens. Nach ein paar Tagen, die wir gebraucht haben, um uns richtig an die Höhe zu gewöhnen (es liegen nämlich so ungefähr alle Städte Boliviens, bis auf Santa Cruz, im Hochland) konnten wir dann die Städte auch richtig genießen und viele tolle Orte besuchen. Zum Beispiel sind wir die gefühlten 10.000 Stufen zum Cristo in Cochabamba hochgestiegen, oder haben viel Zeit auf der Plaza in Sucre, Boliviens Hauptstadt, verbracht.

Bolivien28Nach unserer kleinen Bolivientour ging es dann erstmal ein kleines Stück näher Richtung San Ignacio, nämlich wieder nach Santa Cruz zurück. Dort trafen wir uns mit sechs weiteren MaZlerinnen und unseren zwei Teamern zum Zwischenseminar.

Das Zwischenseminar ist von der Organisation „Weltwärts“ vorgeschrieben und damit auch Pflicht für jeden von uns MaZlern. Hier wird gemeinsam das halbe Jahr, was bis dahin hinter einem liegt, reflektiert und Probleme und Konflikte können angesprochen werden. Das Ganze ist echt eine super Sache, wann bekommt man sonst schon mal die Chance mit Leuten zu reden, die gerade im selben Land mit denselben Problemchen und Kulturdifferenzen zu kämpfen haben?!

Bolivien29Natürlich werden aber nicht nur ernste Themen besprochen, sondern es wird vor allem auch viel gelacht. Sogar ein bisschen Kultur ist dabei! Wir zum Beispiel haben mit unserer Gruppe nämlich eine Inka-Stätte besucht (ja, die gibt es auch in Bolivien!).

Um dann weiter Richtung Iguazu zu kommen, sind wir viele viele Stunden mit dem Reisebus durch ganz Paraguay gefahren; aber es hat sich gelohnt: die Iguazu Wasserfälle sind unglaublich beeindruckend und ein absolutes Muss für jeden, der einmal die Chance bekommt!

Nach so einer langen Reise freut man sich dann aber doch wieder, nach Hause zu kommen, nicht mehr aus dem Rucksack zu leben und nicht alle paar Tage wieder in einem anderen Bett zu schlafen.

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Also ging es Ende Januar wieder zurück in unsere Wahlheimat für ein Jahr: San Ignacio de Velasco.

Hier hatte sich in den paar Wochen, in denen wir unterwegs waren, ganz schön was geändert: mittlerweile wurde nämlich damit begonnen, zumindest einige wichtige und große Straßen zu betonieren und daran wird auch trotz Regenzeit noch fleißig weitergearbeitet. San Ignacio wird damit noch ein bisschen mehr zu einem richtigen kleinen Städtchen.

Mit den Tagen, die ich dann noch alleine in der Casa verbrachte, wuchs dann aber auch die Aufregung: wer von den alten Mädels kommt zurück? Wie viele neue Mädels ziehen ein? Und wie lange wird es dauern, bis alle sich an die neue Situation gewöhnt haben?

Ich muss zugeben, die Fragen klingen ein bisschen wie aus einer schlechten Fernsehsendung. Nichts desto trotz waren das für mich die wichtigsten Fragen, die mir schon die ganze Reise über im Kopf herumschwirrten: es gab nämlich nicht nur in San Ignacio, sondern auch im Internat bedeutende Veränderungen.

Seit diesem Jahr begleitet nämlich nicht mehr Don Hugo die 18 Mädels und mich im Alltag, sondern Doña Trifonia, die zuvor mit den Jungs aus der Casa San José zusammengearbeitet hat. Seit dem herrscht hier geballte Frauenpower – und nach dem ersten gemeinsamen Monat kann ich nur sagen, dass alles in allem gut klappt. Unter den 18 Mädels sind acht neue dabei, die sich alle (manche mehr, manche weniger) schnell eingelebt haben und mittlerweile läuft unser Alltag hier schon wieder echt geregelt und strukturiert ab.

In dem Monat, den ich jetzt schon wieder hier bin, ist aber natürlich auch noch einiges Anderes passiert, zum Beispiel war ja auch noch Karneval.

Bolivien31Wer mich in Deutschland gut kennt, weiß, dass ich in unserem schönen Kaldenkirchen mit dem Karneval groß geworden bin. Sei es das Tanzen, die Prinzenpaare oder die Kinderdisko und Umzüge, bis jetzt ist auch trotz Abiturstress vor einem Jahr noch keine Session vergangen, in der ich karnevalistisch nicht aktiv war.

Gott sei Dank musste ich da dieses Jahr jedoch auch nicht drauf verzichten. Hier in Bolivien wird natürlich auch Karneval gefeiert, wenn auch ganz anders als bei uns zu Hause.

Hier in San Ignacio beginnt der Karneval mit dem Umzug am Samstag. Dabei bekommt man ganz verschiedene Wagen und Gruppen zu sehen: das geht von Superheldenverkleidungen bis hin zu Tanzgruppen, die einen schon fast an Bilder aus Rio de Janeiro erinnern. Das ist zwar eine sehr gewöhnungsbedürftige Mischung, aber sehr interessant.

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Danach wird nur noch gefeiert! Mit viel Musik, Wasser, Matsch und Farbe und bis Dienstagabend. Gerade am letzten Tag wird besonders viel rumgematscht. Egal ob Sonne oder Regen, am Ende ist man sowieso nass und dreckig.

Natürlich wurde das auch in den zwei Internate ausreichend zelebriert: es gab ein großes Grillfest.

Eigentlich war dabei die Wasser/Matschschlacht für NACH dem Essen geplant, aber als die ersten Wasserbomben ausgepackt und befüllt wurden, war es vorbei mit der Zurückhaltung. Die Wasserbomben flogen, die Putzeimer wurden befüllt und über den Köpfen Anderer ausgeleert und der Kräutergarten wurde kurzerhand zum Schlammbad umfunktioniert, in dem auch wirklich jeder landete. Im Karneval sind eben alle gleich, egal ob Priester, Bruder, Internatsleitung, Freiwilliger, Schüler oder ahnungsloser Gast.

In der vergangenen Woche gab es dann auch noch eine gravierende Änderung in den Internaten: Padre Pablo, der bis dahin für die Koordination der Internate von Steyler Seite aus verantwortlich war, wurde versetzt und betreut jetzt zwei Internate im Departamento Cochabamba. Natürlich wurde er in den Casas auch gebührend mit selbstgemachter Pizza, Soda und einem Tanzabend verabschiedet. Ab jetzt begleitet dann Hermano (Bruder) Josimar die Internate.

Bolivien34Für alle, denen es eben noch nicht beim Lesen aufgefallen ist, ja, mittlerweile ist schon ein halbes Jahr vergangen, seitdem wir den großen Schritt nach Bolivien gewagt haben, sogar noch mehr: es bleiben nun schon nur noch weniger als fünf Monate, bis ich wieder im Flieger nach Deutschland und ins gute, alte Kaldenkirchen sitze. Aber ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass ich hier mein Herzensland gefunden hab, in dem ich mich immer noch super wohl fühle! Ich genieß jetzt erstmal ein bisschen die ereignislosen Tage bis Ostern und den fast schon ruhigen Alltag und werde mich dann bestimmt nach Ostern mal wieder melden.

Bis dahin, besos de bolivia,

Eure Julia

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Ostersegen 2016

Das Osterfest schenkt uns jedes Jahr einen Blick auf die Wirklichkeit Gottes, seiner Liebe zu uns, sein Leben mit IHM.
Lassen wir uns auf diese Wirklichkeit ein und spüren diese Liebe und sein Leben in uns welche in der Taufe uns geschenkt wurde.
Seine Liebe, sein Leben – unsere Hoffnung im Dunkel und Alltag unserer Zeit – Licht für heute – morgen, ja, die EWIGKEIT.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, auch im Namen der Mitarbeiter,

ein frohes, Licht erfülltes, segenreiches Osterfest.

Ihr B. Schnitzler, Pfr.

Ostersegen
Der Gott des Lichtes und des Lebens
stahle leuchtend auf über uns.
Er lasse uns spüren das Feuer der Liebe
und wärme unsere Herzen mit seiner Lebensglut,
damit wir erkennen seine Güte und seine Barm-
herzigkeit, die überreich sind für jeden von uns.
Er lasse uns aufstehen, wenn Leid unser Leben lähmt
und lasse uns seine Stimme hören, wenn er ruft: Ich will, dass du lebst.
Das gewähre uns Gott,
der für uns Licht ist am Tag und in der Nacht;
der Gott, der das Leben liebt über alle Maßen.
(Unbekannter Verfasser)

Weltjugendtag 2016 in Krakau – Informationen

Der Weltjugendtag ist ein Fest – und sogar noch mehr als das…

WJT 2016Auf dem Weltjugendtag ist die ganze Vielfalt und Farbigkeit der katholischen Kirche erlebbar. Junge Menschen aus aller Welt feiern ihren Glauben.

Der Papst ruft seit 1986 die Jugend der Welt zum gemeinsamen Beten, Singen und Feiern an einen zentralen Ort. So lädt 2016 das polnische Krakau zu diesem Glaubensfest ein.

Eingeladen sind alle interessierten jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren aus allen Kontinenten und Ländern dieser Erde.

Als Reisepreis sind etwa € 400,00 zu veranschlagen. Darin sind alle Kosten für Übernachtung und Verpflegung in Elk und Krakau sowie die Anmeldung für den eigentlichen Weltjugendtag in Krakau enthalten.

Falls Ihr interessiert seid, meldet Euch bitte bald im Pfarrbüro in Breyell (Tel.: 02153 71460).

Auch verbindliche Anmeldungen werden schon angenommen. Hierbei ist eine Anzahlung von € 100,00 zu leisten.

Bitte den Betrag auf das Konto der katholischen Kirchengemeinde St. Lambertus DE44 3205 0000 0015 05 4141 bei der Sparkasse Krefeld überweisen. Darauf Vor- und Nachname vermerken sowie Betreff „Weltjugendtag Krakau 2016“.

Vom 20. bis 31. Juli 2016 ist die Jugend der Welt ins polnische Krakau eingeladen.

Die GdG Nettetal möchte dazu eine Reise vom 19. Juli bis 1. August anbieten. Dabei werden wir in den ersten Tagen die Menschen unserer Partnerstadt Elk treffen. Von dort erfolgt die Weiterfahrt nach Krakau.


Hier gibt es diese Informationen sowie ein Anmeldeformular als pdf:

WJT 2016 mit Anmeldung


Zum Ablauf:

Geplant ist die Anreise mit einem Bus am 19. Juli 2016. Die Fahrt erfolgt über Warschau. Dort ist die Übernachtung bei den Pallotinern in Oltarzew vorgesehen. Es erfolgt dann die Weiterreise in unsere Partnerstadt Elk.

Am 20.07. ist um 18.00 Uhr Hl. Messe in den Pfarren und das Treffen mit den Gemeinden sowie gegen 20.00 Uhr das Abendessen in den Gastfamilien.

Der 21. Juli steht unter dem Leitwort: Kultur und Pilgern mit einer Pilgerfahrt nach Studzieniczna.

Der Freitag ist „Tag der Barmherzigkeit“ mit Besuchen im Krankenhaus, Hospiz und Kinderheimen sowie einem abschließenden Kreuzweg durch die Stadt.

Am Samstag kommen alle Gruppen aus dem Bistum nach Elk, um am frühen Nachmittag mit dem Bischof eine Messe zu feiern. Zum Abschluss findet ein Gospelkonzert statt.

Am Sonntag bleiben die Gruppen in den Pfarrgemeinden, essen dort zu Mittag und beschließen den Tag mit einem Lagerfeuer.

Nach dem Frühstück und einer gemeinsamen Aussendungsmesse erfolgt dann am Montag die Abfahrt in Richtung Krakau.

„Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden!“

Anreisetag ist Montag, der 25. Juli 2016. An diesem Tag kann die Gruppe mit ihrem Bus direkt zur gastgebenden Pfarrei fahren, um dort Quartier zu nehmen.

Die Eröffnungsmesse findet am Dienstag, 26. Juli, im Blonia-Park in Krakau statt und wird zelebriert von Stanislaw Dziwisz, Erzbischof von Krakau und ehemaliger Sekretär von Papst Johannes Paul II.

Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden jeweils vormittags Katechesen statt, die von sogenannten Animationsteams vorbereitet und jeweils von einem Bischof begleitet werden.

Unterbrochen werden diese Katechesen durch die „Katechese auf dem Weg“, bei der einzelne Gruppen im Johannes Paul II.-Sanktuarium der Göttlichen Barmherzigkeit durch die Pforte der Barmherzigkeit schreiten können und so als Teil des Heiligen Jahres einen Vollablass erwerben können.

An den Nachmittagen von Dienstag bis Freitag haben die Pilgerinnen und Pilger verschiedene Optionen zur Auswahl.

Einmal können sie das Sakrament der Versöhnung empfangen, das im Park Jordana oberhalb der Blonia-Wiese angeboten wird. Außerdem können sie eine der zahlreichen Veranstaltungen des Jugendfestivals besuchen oder auch selbst Veranstaltungen mitorganisieren. Im Berufungszentrum kann man sich zudem über die verschiedenen Möglichkeiten informieren, aktiv Kirche zu leben und mit zu gestalten. Dieses Berufungszentrum wird im Krakauer Fußballstadion sein und gleicht ein wenig der Katholikentagsmeile.

Am Donnerstag, 28. Juli, wird Papst Franziskus zum XXXI. Weltjugendtag nach Krakau kommen. Die offizielle Begrüßung findet ebenfalls im Blonia-Park statt.

Am Freitag, 29. Juli, wird unter Vorsitz des Papstes im Blonia-Park der Kreuzweg gebetet. Welcher Kreuzweg genommen wird und wie die einzelnen Stationen verteilt werden, ist noch nicht bekannt.

Sowohl die Vigilfeier am Samstag als auch die Abschlussmesse am Sonntag werden im ca. 12 km östlich von Krakau gelegenen Ort „Brzegi“ stattfinden. Das Abschlussfeld trägt, wie auch ganz Polen während der Tage der Begegnung den Namen „Campus misericordiae“ – Feld der Barmherzigkeit.

Einen ersten Überblick über diesen Ort kann man sich verschaffen über die Seite: krakau16.de mit der entsprechenden Karte und einem Video.

Weitere Infos: www.wjt.de

Katholische Pfarrgemeinden der Gemeinschaft der Gemeinden Nettetal

Fortbildungstage – Alltagsintegrierte Sprachförderung in Kitas

Gemeinsame Fortbildungstage zur „Alltagsintegrierten Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen“!

Am Freitag, dem 19.02.16, und am Samstag, dem 20.02.2016, haben wir, das Team der Kath. Kita St. Lambertus Leuth und die Kath. Kita Regenbogenland an einer Teamfortbildung zur „Alltagsintegrierten Sprachförderung“ mit der Referentin Monika Münks teilgenommen. Dieses Angebot wurde in der Einrichtung Regenbogenland durchgeführt.

Die Landesregierung NRW hat verschiedene Instrumente angeboten, um die sprachliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen zu dokumentieren. Wir haben uns in unseren Einrichtungen für den Dokumentationsbogen „BaSiK“ (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen )entschieden.

An den beiden Fortbildungstagen wurden wir in die Materie eingeführt und haben die praktische Handhabung erarbeiten und durchführen können.

Auch in den vergangenen Jahren wurde Sprachentwicklung dokumentiert; die jetzigen Bögen sind jedoch noch detaillierter und erfordern einen hohen Zeitaufwand –  jedoch, so hoffen wir – zum Wohle des Kindes und dessen sprachlicher Bildung, die einen sehr wichtigen Stellenwert auch in allen anderen Entwicklungsbereichen einnimmt.

Pfarren in der GdG Nettetal