Aktion Sternsingen 2016

Schattenriss Sternsingerkinder von links

Aktion Sternsingen in Kaldenkirchen
02. Januar 2016, Treffen um 09:30 Uhr im Convent
03. Januar 2016, Treffen um 09:00 Uhr im Convent

Aktion Sternsingen in Leuth
09. Januar 2016, Treffen um 10:00 Uhr im Neyenhof
10. Januar 2016, Treffen um 10:00 Uhr im Neyenhof

Plakat zur Aktion Dreikoenigssingen 2016. Die Jungen Cristobal und Ronald aus El Alto in Bolivien besuchen die Palliri-Fussballschule.Respekt für dich, für mich, für andere!

Das ist das Motto der Sternsingeraktion 2016.

Am 02. und 03. Januar 2016 ziehen die Sternsinger wieder durch die Straßen von Kaldenkirchen.
Treffen ist für alle kleinen und größeren Sternsinger am 02. Januar um 09:30, am 03. Januar um 09:00 Uhr im Convent. Der Dankgottesdienst ist am 03. Januar um 09:30 in der Pfarrkirche St. Clemens.

Wir freuen uns auf alle, die mithelfen können und wollen!
Ihr könnt sehr gerne auch nur für ein paar Stunden vorbei kommen, wenn ihr nicht den ganzen Tag könnt oder wollt.

Bei Fragen stehen Stephanie Rennen und Julia Böhm gerne per E-Mail zur Verfügung.

Gemeinsam können wir etwas bewegen!

Die Sternsinger in Leuth sind am 09. und 10. Januar unterwegs. Treffen ist jeweils um 10:00 Uhr im Neyenhof. Der Dankgottesdienst ist am 10. Januar  um 11:15 Uhr in St. Lambertus.

Auch in Leuth sind alle Helfer gerne willkommen!

Mit Turban, Umhang, Stern und Sammelbüchse ausgestattet, machen sich die Kinder dann in Gruppen mit einem Leiter zusammen auf den Weg durch die Straßen, um für die Kinder im Aktionsland Bolivien zu sammeln.

Info zum Aktionsland und zur gesamten Sternsingeraktion, die übrigens die weltweit größte Spendenaktion von Kindern für Kinder ist, findet ihr auch unter https://www.sternsinger.de/.

Nach der Schule – brauchen Kinder unsere Hilfe

Dieses Programm für schulpflichtige Kinder möchten wir in unseren Partnergemeinden Stauceni und Orhei unterstützen.

“Nach der Schule” – spielen und lernen, davon träumen die Kinder in der Republik Moldau. Denn ihre Eltern sind meist sehr arm. Viele Väter und auch Mütter leben außerhalb ihres Heimatlandes, um für ihre Familie den Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb sind viele Kinder ganz auf sich allein gestellt.

Zu Nikolaus am 05. und 06. Dezember – jeweils im Anschluss an den Gottesdienst – bittet der Freundeskreis MOLDAWA in einer Türkollekte um eine Spende für das Projekt “Nach der Schule – brauchen Kinder unsere Hilfe”. Jede Spende ist willkommen und wird sofort weitergeleitet. Auf Wunsch senden wir gerne eine Spendenbescheinigung zu.

Herzlichen Dank für jede Geste der Solidarität.
MOLDAWA Freundeskreis, Kaldenkirchen und Leuth

Immobilienmanagement GdG Nettetal

Liebe Mitchristen in der GdG Nettetal,
aufgrund der zu erwartenden rückläufigen Kirchensteuereinnahmen kann das Bistum Aachen künftig nicht mehr – wie bisher üblich – alle substanzerhaltenden Maßnahmen für unsere kirchlichen Immobilien bezuschussen.
Daher wurden alle Pfarrgemeinden im Bistum Aachen aufgefordert, innerhalb der GdG ein Drittel ihrer Gebäude im Immobilienbestand zu benennen, die diese Förderung künftig nicht mehr erhalten. Dies bedeutet dann, die jeweilige Pfarrgemeinde kommt für diese Gebäude zu 100 Prozent auf.
Nach diversen Beratungsgesprächen ist der KIM-Prozess (kirchliches Immobilien Management) in unserer GdG Nettetal abgeschlossen. Da innerhalb des Beratungsgremiums keine Einigung erzielt werden konnte, wurde das Bistum Aachen gebeten, diese Entscheidung für die GdG Nettetal zu treffen.
Um das vorgegebene Einsparungsziel des Bistums Aachen zu erreichen, werden die folgenden Immobilien zukünftig nicht mehr bezuschusst:
Die Pfarrkirche St. Anna, Schaag
Die Alte Kirche Lobberich
Die Pfarrkirche St. Lambertus, Leuth
und die Pfarrkirche St. Peter, Hinsbeck.
Dabei wurde zusätzlich mit dem Bistum vereinbart, dass momentan nötige Sanierungsmaßnahmen in St. Peter, Hinsbeck ein letztes Mal zu den vorher geltenden Bedingungen der Bezuschussung durchgeführt werden.
Das Befassen mit dieser Thematik ist allen am KIM Prozess Beteiligten nicht leicht gefallen. Wir danken aber für das offene und ehrliche Umgehen in diesen Beratungen.
Nettetal, den 14. November 2015
Die Pfarrer der GdG Nettetal

Adventskalender-Verlosung 2015

kalender_2015Auch in diesem Jahr bietet der Kirchbauförderverein wieder einen Adventskalender zum Preis von 12,00 € an.

Erhältlich sind die Kalender zu den Öffnungszeiten wieder bei folgenden Verkaufsstellen:
Pfarrbüro St. Clemens, Kehrstr. 30
Adler-Apotheke, Kehrstr. 77
Neue Grenzapotheke, Bahnhofstr. 52

Hinten den Türchen verbergen sich Gewinne in Form von Geldpreisen oder Warengutscheinen, die dem Kirchbauförderverin von großzügigen Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden.
Die insgesamt zur Verlosung kommende Summe liegt bei mehr als 4.000 € .
Wir danken allen Sponsoren für ihre großzügige Unterstützung.

Ob Sie gewonnen haben, können Sie ab dem 01.12. dem Aushang im Infokasten vor der Kirche St. Clemens entnehmen. Zusätzlich werden alle Gewinnnummern auf der Homepage des KBFV veröffentlicht. Die Gewinne können im Pfarrbüro St. Clemens Kaldenkirchen abgeholt werden.

Rückblick Patrozinium am 23.11.2015

Am 23. November feiern wir das Fest unseres Pfarrpatrons, des heiligen Clemens.

Der heilige Clemens war  im ersten Jahrhundert nach Christus eine der führenden Personen in der damals noch jungen und von Verfolgung bedrohten christlichen Gemeinde in Rom. In einem von ihm überlieferten Brief gab er der Gemeinde Halt und Orientierung, auch gab er erste Anweisungen zur Hierarchie innerhalb der jungen Kirche und war somit eine wichtige Führungspersönlichkeit.

In seiner Predigt beim Patrozinium betonte Pastor Schnitzler das besondere Vorbild, das der heilige Clemens nicht nur zu seinen Lebzeiten, sondern auch heute zu unserer Zeit für das Zusammenleben in unserer Gemeinde war.

Beim anschließenden Clemens-Treff im Convent wurde dann dieses Gemeindeleben beim gemeinsamen gemütlichen Beisammensein unter Beweis gestellt.

Sechster Rundbrief aus Bolivien

Sechster Rundbrief aus Bolivien

Ein Viertel ist vorbei!

Viele meiner Rundbriefe, die ihr bis jetzt gelesen habt, begannen mit dem Thema Zeit und weil man alte Traditionen ja auch manchmal beibehalten sollte: jetzt sind schon drei Monate um! Das ist schon wirklich eine verdammt lange Zeit.

Mittlerweile bin ich hier so angekommen und lebe so in meinem Alltagstrott, dass ich manchmal schon fast vergesse, dass ich gar nicht von hier bin, dass das gar nicht meine Heimat ist und dass eigentlich alles anders ist als im weit entfernten Deutschland. Und dann weiß ich gar nicht, ob ich mich mehr auf meine Rückkehr nach Deutschland freue, oder ob ich mehr Angst habe, Bolivien dann unglaublich zu vermissen.

Drei Monate sind vergangen, seit dem wir im August in den Flieger gestiegen sind. Mittlerweile ist November. Jedes Mal, wenn ich das Datum genauer betrachte, fällt mir wieder auf: nein, das fühlt sich komisch an. November und Sonne. November und über 30 Grad auf dem Thermometer. November und die großen Ferien, die vor der Türe stehen.

Nur eins scheint überall auf der Welt gleich zu sein: November und die Weihnachtsschokolade steht im Supermarktregal!

Natürlich ist hier seit meinem letzten Rundbrief auch einiges anderes passiert, als dass es jetzt Weihnachtssüßigkeiten gibt und das möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten:

Unter anderem hatten Elli und ich, gemeinsam mit zwei anderen Freiwilligen aus München und Österreich, die Chance, ein langes Wochenende in Santa Cruz zu verbringen.

Bolivien22Santa Cruz ist die nächste Großstadt hier in Nähe und hat deshalb, gerade zum Einkaufen, einen ganz besonderen Reiz für die Einheimischen. Aber nicht nur zum Einkaufen setzen sich viele eine Nacht in die Flota (so nennt man die Reisebusse hier), auch für sämtliche Behördengänge oder zum Studieren müssen die meisten nach Santa Cruz fahren. Das ist der Grund, warum die Flotas eigentlich immer recht voll sind. Trotzdem lässt es sich, wenn man ein bisschen weiß, worauf man achten muss, ganz gut in den Bussen aushalten. Meistens bekommt man sogar etwas Schlaf. Nichts desto trotz waren wir mehr als müde, als wir um 6 in der Früh dann endlich an unserem Ziel ankamen. Aber ausruhen gibt es nicht! Noch am Vormittag machten wir uns auf den Weg ins Zentrum.

Als Dorfkinder, die Elli und ich nun einmal sind, ist so eine große Stadt schon immer wieder beeindruckend und so eine lateinamerikanische Metropole ist da nochmal um einiges wuseliger, lauter und voller, als man es von europäischen Großstädten gewohnt ist.

Bolivien23Ansonsten weckt Santa Cruz bei uns aber schon fast Heimatgefühle. Alles scheint auf einmal so westlich und fast so zu sein wie in Berlin oder Köln: die Straßenschilder sind auch auf Englisch übersetzt, zwischendurch hört man immer mal ein Lied, was auch zu Hause im Radio lief, es gibt Kaufhäuser und große Supermärkte.

Gerade von Kaufhäusern und riesigen Supermärkten haben zumindest Elli und ich uns aber versucht ein bisschen fern zu halten. So schön das Gefühl zwar auch ist, alles, was das Herz begehrt in sämtlichen Ausführungen in Reichweite zu haben, hat das Einkaufen auf den vielen Märkten doch seinen ganz eigenen Flair. Außerdem gibt es da, an den unzähligen Ständen, viel mehr zu entdecken als in einem gut sortierten Supermarkt.

Leider ist so ein Wochenende viel zu kurz, um alles von einer Stadt zu sehen, auch wenn es nicht allzu viele touristische Attraktionen gibt.

Nichts desto trotz hatten wir ein paar super schöne Tage und haben uns auch von dem vielen Regen hier nicht aufhalten lassen.

Wie es aber nun mal so ist, nach einem kurzen oder auch langen Urlaub, ganz schnell ist man wieder im Alltag angekommen. Der verlängerte sich dann auch noch um eine Woche, weil das Bildungsministerium -eine Woche vor Ferienbeginn- entschied, dass doch noch eine Woche länger unterrichtet werden müsse.

Bolivien24Das warf hier alles etwas durcheinander. Der Unterricht musste umgeplant werden und auch alle Aktivitäten in den Internaten, die noch geplant waren, bevor hier alle zu ihren Familien nach Hause fahren, mussten verschoben werden. Deswegen haben die Mädels jetzt schon während ihrer Schulzeit in den Lernzeiten an den Nachmittagen und Abenden mit ihren Handarbeiten begonnen. Die Hora de estudio benötigen die Mädels im Moment aber auch nicht. Die Noten stehen fest und wegen der spontanen Verlängerung der Schulzeit weiß kein Lehrer mehr so recht, was er mit seinen Schülern machen soll. Und sind wir mal ehrlich, in der letzten Woche vor den großen Ferien ist wahrscheinlich in kaum einer Schule der Welt noch richtig anspruchsvoller Unterricht.

Bolivien25Im Moment befinden sich also alle im Endspurt vor den großen Ferien und natürlich auch vor Weihnachten. Während in Deutschland die ersten Weihnachtsmärkte schon öffnen, alle ihre Lichterketten rauskramen und (wie wir so hören) es auch teilweise schon schneit, ist hier von richtiger Weihnachtsstimmung noch nicht so viel zu spüren, aber wir lassen das Ganze erstmal auf uns zukommen und uns ein bisschen überraschen. Und Zeit, um ein paar Weihnachtsplätzchen zu backen, finden wir bestimmt.

Also, ihr Lieben,
euch und euren Familien wünsche ich erstmal eine unglaublich schöne und besinnliche Adventszeit und natürlich dann auch frohe und noch besinnlichere Weihnachten.

Nach den Festtagen werde ich mich bestimmt nochmal mit Erzählungen über Advent und Weihnachten in Bolivien melden.

Bis dahin, liebe Grüße y besos de bolivia,

Eure Julia

Fünfter Rundbrief aus Bolivien

Fünfter Rundbrief aus Bolivien

¡Fiesta!

Elli und ich leben nun schon eine ganze Zeit hier in Bolivien. Eine Zeit, in der viel passiert ist und ganz besonders viel gefeiert wurde.

Wir haben hier jetzt schon einige Feste der Region und des Departamentos mitbekommen, aber auch Tanzfeste der verschiedenen Schulen und natürlich vor allem alle Feierlichkeiten des Fassivs im Monat der Menschen mit Behinderung Oktober.

Nach dem Tag der offenen Türe im Fassiv, hatten wir letzte Woche volles Programm: Montag war noch ein Feiertag (auf den ich gleich noch genauer eingehen werde), also schulfrei. Am Dienstag wurden dann die letzten Vorbereitungen für den folgenden Tag getroffen. Am Mittwoch erreichte nämlich zumindest der offizielle Teil der Feierlichkeiten seinen Höhepunkt. Alle Kurse hatten sich teilweise schon seit Wochen auf diesen Tag vorbereitet, fleißig gegrübelt, geschnibbelt und geklebt, um rechtzeitig ihre Kostüme für den kleinen Umzug fertig zu haben.

Bolivien15Am Mittwoch selber trafen sich dann alle Kurse deutlich früher als sonst, nämlich schon um 7:30, um der heißen Mittagssonne zu entgehen. Es wurden eifrig alle Kostüme angelegt und es dauerte nicht lange, bis eine kleine Militärkapelle das ganze Treiben im Fassiv musikalisch untermalte. Typisch bolivianisch dauerte es hingegen doch länger als eigentlich geplant, bis alle Schüler und Lehrer anwesend und fertig waren. In der Zwischenzeit blieb dann allen ein bisschen Zeit, die Kostüme der anderen zu begutachten. Unser Kurs war als Marienkäfer verkleidet, mit glitzernden Flügeln und flauschigen Fühlern. Außer uns gab es aber zum Beispiel auch fleißige Bienchen aus der Physiotherapie, Köche, Krankenschwestern, Minions, Mickey und Minnie Maus, und und und…

Gemeinsam (und natürlich mit der Kapelle) zogen wir dann zur Plaza. Spätestens da war ich dann doch ziemlich dankbar dafür, dass diese Veranstaltung am Morgen stattfand. In langen und schwarzen Klamotten, war es nämlich auch vor 9 Uhr schon ganz schön warm. An der Plaza angekommen, wurden gemeinsam noch einige Runden gedreht, bis es in die Mitte des Platzes ging. Dort steht ein kleiner Pavillon, der an diesem Tag natürlich auch Fassiv-gerecht geschmückt war. Hier hielten dann verschiedene Personen, wie zum Beispiel die Leitungen des Fassivs, eine Mutter und verschiedene Stellvertreter von Stadt und Departemento kleine Reden oder Ansprachen, in denen meistens die besondere Arbeit des Fassivs im Allgemeinen und der Profen im Besonderen gelobt wurde. Zwischendurch gab es immer wieder kleine Safttüten, Muffins oder Lutscher für alle Kinder (und natürlich auch für uns) und selbstverständlich auch Musik. Es spielte nämlich nicht nur die Militärkapelle, sondern  auch das Fassiv-eigene Orchester ließ es sich nicht nehmen, ein, zwei Stücke zum Besten zu geben. Dazu wurde selbstverständlich auch ein wenig getanzt, um das ganze Fest ausklingen zu lassen.

Bolivien16Am nächsten Tag folgte dann der eigentliche Höhepunkt für die meisten Kinder, es ging nämlich ins Schwimmbad. Mit jeder Menge wichtigen Utensilien für einen Tag im Freibad, wie Radios, Gartenstühlen und Gartentischen, jeder Menge Soda und einigen kleinen Snacks im Gepäck, trafen sich alle Kinder, teilweise mit ihren Eltern, schon früh am Morgen vor dem Schwimmbad. Dass das Schwimmbad erst circa 1 ½ Stunden später öffnete, war entweder ziemlich bewusst geplant, damit dann auch wirklich alle da sind, oder einfach nicht bedacht-  das lässt sich manchmal einfach nicht so genau beurteilen.

Als die Tore ins kühle Nass sich dann endlich öffneten, strömte natürlich auch Groß und Klein direkt nach drinnen, um sich einen schönen Platz zu suchen. Da hier in Bolivien alle mit Kleidung schwimmen gehen und sich nachher entweder einfach trocknen lassen, oder einen Satz Ersatzklamotten dabei haben, entfällt natürlich das lästige aus- und umziehen und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Wasserratten sich abkühlten.

Nachdem Elli und ich ein bisschen Morgensonne getankt hatten, ging es natürlich auch für uns beide ins Wasser und ich muss sagen, das Baden mit Klamotten hat mich ein bisschen an meine Grundschulzeit erinnert, in der es einmal im Jahr ein Schlafanzugschwimmen gab. Auch wenn das alles ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist und bestimmt auch nicht zum zielstrebigen Bahnenziehen geeignet, macht es doch riesig Spaß, mit den Kids einfach in Klamotten ins Becken zu springen und gemeinsam zu toben. Es war einfach ein wunderschönes Gefühl, so viele Kinder gleichzeitig über beide Ohren strahlen zu sehen, nur weil man mal einen Tag im Schwimmbad verbrachte – es muss eben doch nicht immer der Freizeitpark sein, um einen schönen Wandertag zu haben.

Bolivien17Neben den Festen im Fassiv gab es in der letzten Zeit hier in San Ignacio auch einige Feiertage, wie zum Beispiel den „Dia de la tradicion“. An diesem Tag feiern die Chiquitanos, das sind die Menschen hier in unserer Region, der Chiquitanía, ihre alte Tradition. Wie bei fast jedem Feiertag haben die Schüler keinen Unterricht, sondern sind in die Feierlichkeiten mit eingebunden.

Bolivien18Zur Feier dieses Tages gab es morgens eine Art Wettbewerb auf der Plaza, an denen verschiedene Institutionen, wie beispielsweise die Schulen, aber auch das Fassiv oder Nachbarschaften teilnahmen, und bei dem es darum ging, die beste traditionelle Darbietung zu gestalten. In erster Linie hieß das – wie eigentlich immer – Musik und Tanz. Nacheinander kamen die verschiedenen Gruppen auf der Plaza an, wo sie vor einer Jury und jeder Menge Publikum auftraten. Natürlich wurden für die verschiedenen Tänze keine Mühen gescheut und viele Gruppen traten mit einer Königin auf, die auf einem von Eseln oder Ochsen gezogenen und geschmückten Wagen stand und als Teil der Gruppe mit vor die Jury trat.

Bolivien19Die eigentliche Attraktion des Morgens waren aber die Tänze. Alle Mädels und Jungs, Frauen und Männer, die sich an den Tänzen beteiligten, hatten sich rausgeputzt und trugen die typischen weißen Kleider, die übrigens Tipoy heißen, beziehungsweise weißes Hemd und weiße Hose. So tanzen die Gruppen dann sogenannte Chovenas, das sind Volkstänze, die immer auf denselben mitreißenden Rhythmus aufbauen und bei denen es einem echt schwer fällt, selber noch die Füße still zu halten.

Danach zog es alle noch zu einem Platz, mehr als einen Kilometer außerhalb der Stadt. Der Weg bis dahin, den ausnahmsweise mal wirklich fast alle zu Fuß gingen – Bolivianer sind nämlich sonst eher gehfaul – war natürlich auch von zahlreichen Musikgruppen geprägt, die ihre Chovenas in die Menge schmetterten. Leider blieb uns an unserem Ziel dann keine Zeit mehr, uns umzuschauen, das Mittagessen für alle kocht sich ja schließlich auch nicht von alleine, aber ich glaube, ich kann mit Überzeugung sagen, dass schon der Weg alleine ein kleines Spektakel für sich war.

Die Tipoys, die hier fast jeder besitzt, werden aber natürlich nicht nur zu Feiertagen ausgepackt, sondern immer, wenn sich die Gelegenheit ergibt, zu tanzen. Und wenn es gerade keinen Feiertag gibt, gibt es ja auch noch die zahlreichen Tanzfeste. Seit meinem letzten Rundbrief gab es davon gleich zwei, die von zwei verschiedenen Schulen organisiert worden sind.

Es gab in einer Woche das „Festival de Danzas Internacionales“ mit Tänzen aus aller Welt und in der darauf folgenden Woche das „Festival de Danzas „Bolivia lo nuestro““ mit traditionell bolivianischen Tänzen, aus den verschiedenen Regionen.

Beim ersten Festival, das von einer deutschen Schule organisiert wurde, war alles, was das Tänzerherz begehrt dabei: Das Repertoire reichte von Chovenas, über Wiener Walzer, bis zum Rock’n’Roll.

Bolivien20Das zweite Festival konzentrierte sich da mehr auf die Kultur Boliviens und war dementsprechend viel spannender und interessanter für uns. Hinzu kam, dass dieses Festival vom Colegio Lotte Salzgeber, auch Granca Hogar genannt, organisiert wurde. Das ist das Gymnasium, das alle Mädels und Jungs aus unseren Casas besuchen.

In dieses Spektakel waren natürlich auch fast alle Schüler mit eingebunden. Schon Stunden vorher wurde noch ein wenig geprobt, die letzten Kostüme wurden fertig gebastelt und zusammengesucht und das Make-Up und die Frisuren perfektioniert, damit der eigene Tanz auch wirklich perfekt wird. Kurz vor Beginn machte sich dann auch so langsam Aufregung breit, aber das gehört ja schließlich auch dazu.

Bolivien21Alle Mädels und Jungs aus unseren Casas haben sich dabei auf jeden Fall super geschlagen und ich für meinen Teil verstehe jetzt glaube ich ein bisschen mehr, wie Eltern sich fühlen, wenn sie ihre Kinder auf einer großen Bühne stehen sehen, irgendwie sind die ganzen Mädels nämlich inzwischen wirklich zu kleinen Schwestern für mich geworden, auf die man auch ganz schön stolz sein kann.

Sooooo, das war schon wieder ganz schön viel zu berichten. Die nächste Zeit wird wieder etwas ruhiger, es geht nämlich jetzt für die Mädels und Jungs mit riesengroßen Schritten auf die großen Sommerferien zu, das heißt für eine von den Mädels Abschlussexamen schreiben, aber auch für alle anderen nochmal für die letzten Examen pauken. Elli und ich genießen in der Zeit die letzten Wochen, bevor die Casa dann für einige Zeit so gut wie leer ist und die viele Sonne, hier wird es nämlich so langsam auch immer heißer.

Ganz liebe und vor allem sonnige Grüße aus der Casa Guadalupe im wunderschönen Bolivien ins herbstliche Deutschland y besos,

Eure Julia

Rückblick Kinderdisko Halloween 2015

Mit mehr als 150 Kindern war der Convent-Keller am Freitagabend, dem 30.10.2015, gut gefüllt mit bunt verkleideten Kindern. Einige kamen zum ersten Mal, andere gehörten bereits zu den “Stammgästen”.

Und auch im Orga-Team waren einige zum ersten Mal dabei – mit ca. 15 Leitern von 14 bis 22 Jahren sind wir zu einem großen Team zusammengewachsen.

Sonst lief aber alles nach Plan: gemeinsam spielten wir Spiele wie Limbo und tanzten gemeinsam zum “Fliegerlied”. Und zum Schluss wie immer das Highlight: der Tanz- und Kostümwettbewerb, bei dem die Kinder in Gruppen oder alleine auftreten können (und man überall kleine Akrobaten ihre Kunststücke üben sieht). Am Ende gibt es dann für den Sieger einen kleinen Preis!

Zur besseren Organisation bekam jedes Kind eine Zahl auf die Hand gemalt. So wussten wir, wie viele Kinder da waren, konnten die Kinder durch die Zahlen identifizieren und den Sieger beim Wettbewerb ermitteln. Für die Eltern gab es eine Liste, um dort die Telefonnumer des Kindes einzutragen, und einen kleinen Zettel mit dem Link zu unserer Homepage, um sich später die Fotos anschauen zu können.

Nach drei Stunden Kinderdisko kam dann für uns der “gemütliche Teil”. Beinahe routinemäßig war die Pizza bestellt und die Musik aufgedreht. Dann war es Zeit für unsere “kleinen” Leiter, sich im Keller so richtig auszutoben und die Energie, die bis dahin noch nicht verbraucht war, spätestens jetzt loszuwerden. Die “alten Hasen” gingen das Ganze doch irgendwie gemütlicher an, aber als dann “Wolle Petry” und “Brings” mit Polka, Polka, Polka kamen, war keiner mehr zu halten.

Als dann die Pizza kam, saßen wir alle im Kreis und nach einer kurzen Lagebesprechung wurde sich tanzend der Besen geschnappt und der Keller wieder sauber gemacht.

Mitten in der Nacht fielen wir (ich glaube, ich kann für alle sprechen) hundemüde ins Bett nach einer tollen Kinderdisko!

Stephanie Rennen

1. Herbstputz im Convent am 24.10.2015

Nach etwas mehr als einem halben Jahr hatte sich wieder genügend Staub und Dreck angesammelt, um zu einer erneuten Putzaktion im Convent zu rufen. Dieses Mal standen vor allem die Entrümpelung sämtlicher Räume, insbesondere des Kellers und des Dachbodens, sowie die Reinigung aller Jalousien und Fenster auf dem Plan.

Ca. 30 Hilfsbereite waren der Einladung des Arbeitskreises Convent gefolgt und rückten am 24.10.2015 um 10:00 Uhr morgens mit Eimern, Schwämmen und Hochdruckreinigern an, um dem Dreck im Convent an den Kragen zu gehen. Der hatte dann auch kaum eine Chance, denn schon bald spritzte von außen das Wasser gegen die Jalousien und Stück für Stück wurde es im Convent wieder hell, nachdem die Jalousien sauber und auch die Fenster wieder blitzblank geputzt waren. Was für einen Unterschied es macht, wenn der Dreck vieler Jahre und Jahrzehnte auf einmal im Putzeimer schwimmt und sich endlich nicht mehr im Haus breit macht!

Gleichzeitig kümmerte sich ein Entrümpelungs-Kommando unter Anleitung von Bernhard Müller um den Keller und entsorgte alte Pappen, Gläser, Matten, Kabel, Stoffe und was es sonst noch an Kuriositäten im Keller zu finden gab … Es sei nur so viel gesagt: Der Container vor dem Haus füllte sich in Windeseile. Deshalb mussten auch die großen Pappkartons zerkleinert werden. Wie man das gemacht hat? Ganz einfach – einfach darauf gesprungen und schon krachte der Karton entzwei! So machte das Arbeiten sogar Spaß!

Ein zweites Entrümpelungs-Kommando rund um Bernd Schiffer kümmerte sich um die Schuppen im Convent-Garten und auch hier landeten ca. vier Fünftel der gesammelten „Werke“ im Container. Jetzt erst wurde einem bewusst, wie viel Platz (!) wir in unserem schönen Convent haben, der jetzt auch endlich wieder sinnvoll genutzt werden kann. Die Pfadfinder kletterten aufs Dach und füllten Eimer um Eimer mit heruntergefallenem Laub, das die Dachrinnen verstopfte.

Die Gesamtorganisation hatte auch dieses Mal wieder der Arbeitskreis Convent übernommen, allen voran Johannes Deutges, der die Terminfindung vorangetrieben und einen Plan mit den zu erledigenden Arbeiten erstellt hatte. So konnte an dem Tag selbst sofort mit der Arbeit begonnen werden, ohne noch groß Pläne schmieden zu müssen. Wie von selbst bildeten sich kleine Arbeitsgruppen und im Kreis von Freunden und Bekannten war keine Arbeit zu schwierig.

Belohnt wurden die Mühen mit einem gemeinsamen Imbiss bei Brötchen und Würstchen, bei dem sich lebhaft über die bereits getane Arbeit ausgetauscht wurde – und einige der Anwesenden richteten ihren Blick bereits auf das, was da noch kommen möge: neuer Dreck!

Nur, wenn wir gemeinsam anpacken und uns auch in Zukunft um den Convent kümmern, kann uns das Haus erhalten bleiben!

Nächstes Jahr gibt es dann wieder einen Frühjahrsputz im März oder April – der genaue Termin wird vom Arbeitskreis Convent im neuen Jahr bekannt gegeben.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle Helfer, die es mir verzeihen mögen, dass ich nicht jeden beim Namen nennen kann! Aber wer dabei war, der fühle sich angesprochen: Mir hat unsere Gemeinschaft sehr gefallen! Denn eines ist ja wohl offensichtlich: Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern!

Und damit man uns auch glaubt, was an diesem Tag geschafft wurde, ist natürlich für das nötige Beweismaterial gesorgt: Viel Spaß beim Anschauen der Fotos!

 Stephanie Rennen

Pfarren in der GdG Nettetal